Schockierender Lebensmittelskandal: Rekordmenge gefälschter Produkte sichergestellt



Europäische Polizeibehörden finden Affenfleisch und Dünger im Zucker
Interpol und Europol haben bei verschiedenen Razzien tonnenweise gefälschte Lebensmitteln und Getränke sichergestellt. Wie die europäische Polizeibehörde in Den Haag mitteilte, zählen zu den konfiszierten Produkten unter anderem gefärbte Oliven, gepanschter Wein und mit Kunstdünger verlängerter Zucker. Letzterer könnte möglicherweise aus dem Sudan auch nach Deutschland importiert worden sein.

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Fake-Produkte stellen ernste Gesundheitsgefahr dar
Es könnte ein Skandal mit verheerendem Ausmaß werden: Polizei und Zoll haben bei Razzien in 57 Ländern eine Rekordmenge an gefälschten Lebensmitteln und Getränken sicher gestellt. Dies berichtet die europäische Polizeibehörde „Europol“ in einer aktuellen Pressemitteilung. Demnach wurden bei der von Europol und Interpol koordinierten „Operation Opson V“ im Zeitraum von November 2015 bis Februar 2016 mehr als 10.000 Tonnen gefälschte Lebensmittel sowie eine Million Liter gefälschter Getränke beschlagnahmt. „Gefälschtes und gefährliches Essen und Trinken bedrohen die Gesundheit und Sicherheit von Menschen auf der ganzen Welt, die oft arglos diese potenziell sehr gefährlichen Güter kaufen“, wird Michael Ellis von der Interpol in der Mitteilung zitiert.

Europol berichtet von der Sicherstellung einer Rekordmenge gefälschter Lebensmittel im vergangenen Jahr. Was tatsächlich in dem Essen auf unserem Teller stecken kann, ist schockierend. (Bild: Jonathan Stutz/fotolia.com)
Europol berichtet von der Sicherstellung einer Rekordmenge gefälschter Lebensmittel im vergangenen Jahr. Was tatsächlich in dem Essen auf unserem Teller stecken kann, ist schockierend. (Bild: Jonathan Stutz/fotolia.com)

85 Tonnen Oliven mit Kupfersulfat
Bei den konfiszierten Waren handelte es sich demnach unter anderem um 85 Tonnen Oliven, die von italienischen Ermittlern entdeckt wurden. Fälscher hatten die Oliven mit einer Kupfer-Sulfat-Lösung behandelt, um die Farbe zu intensivieren. Eine gefährliche Angelegenheit, denn Kupfersulfat ist giftig und kann nach der Einnahme ein Brennen bzw. Schmerzen hinter dem Brustbein sowie Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. In Griechenland und Großbritannien entdeckten Beamte den Angaben zufolge mehrere illegale Fabriken, in denen alkoholische Getränke wie Wein, Whiskey und Wodka gefälscht wurden. Neben den 10.000 Litern gefälschten bzw. gepanschten Alkoholika beschlagnahmte die Polizei in UK zudem nachgemachte Etiketten von Markenprodukten.

Gefälschte Schokolade und gefährliche Nahrungsergänzungsmittel entdeckt
In einigen Fällen konnten durch die Kontrollen an Flughäfen internationale Reisende identifiziert werden, die illegale Produkte importieren wollten. So entdeckten beispielsweise Zollbeamte am Flughafen Zaventem in Belgien mehrere Kilo Affenfleisch, französische Offiziere konfiszierten und vernichteten 11 Kilo Heuschrecken und 20 Kilo Raupen. Die Polizei in Südkorea verhaftete laut dem Bericht einen Mann, der Nahrungsergänzungsmittel geschmuggelt hatte, welche online als Naturprodukt verkauft wurden. Tatsächlich enthielten sie jedoch schädliche Inhaltsstoffe. Durch den Verkauf der gefälschten Produkte zur Gewichtsabnahme waren Schätzungen zufolge innerhalb von 10 Monaten rund 170.000 US-Dollar erwirtschaftet worden.

In Ungarn, Italien, Litauen und Rumänien, fanden die Zoll- und Polizeibehörden zudem gefälschte Schokolade, Süßigkeiten und alkoholfreien Sekt, welcher an Kinder adressiert und für den Export nach Westafrika bestimmt war. Im Sudan stellten die Behörden fast neun Tonnen mit Kunstdünger gestreckten Zucker sicher. Ein für deutsche Konsumenten besonders brisanter Fund, denn auch hierzulande wird in der Industrie aus dem Sudan importierter Zucker verwendet. Dies ist durch die Zuckermarktordnung der Europäischen Union geregelt, nach welcher 15 Prozent des EU-weiten Verbrauchs vornehmlich aus Entwicklungsländern gedeckt werden müssen. „Die heutigen steigenden Lebensmittelpreise und die globale Nahrungskette bieten Kriminellen die Möglichkeit gefälschte und minderwertige Lebensmittel in einer kriminellen Multi-Milliarden-Industrie zu verkaufen, welche ernsthafte potenzielle Gesundheitsrisiken für die ahnungslosen Kunden darstellen“, so Chris Vansteenkiste von Europol. (nr)
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Studie: Bohnen, Linsen und Erbsen äußerst hilfreich beim Abnehmen



Nur 130 Gramm Bohnen am Tag reichen, um über einen längeren Zeitraum abzunehmen
Viele Menschen versuchen abzunehmen. Es gibt etliche Wege, um etwas an Gewicht zu verlieren wie beispielsweise Diäten oder sportliche Aktivität. Manchmal reicht aber auch eine einfache Nahrungsumstellung. Wenn Menschen 130 Gramm Bohnen, Erbsen, Kichererbsen und Linsen am Tag essen, hilft ihnen dies laut einer aktuellen Studie beim Abnehmen.

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Wenn Sie zu den Menschen gehören, die versuchen einige Kilo abzunehmen, könnte es einen einfachen Trick geben, der Ihnen hilft Ihre Ziele schneller zu erreichen. Forscher vom St. Michael’s Hospital in Toronto stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass es beim Abnehmen hilft, wenn Menschen täglich 130 Gramm Bohnen, Erbsen oder Linsen essen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „The American Journal Of Clinical Nutrition“.

Das Essen von 130 Gramm Bohnen, Linsen oder Kichererbsen täglich kann uns beim Abnehmen helfen. Zusätlich sind solche Nahrungsmittel gesund, schützen das Herz und senken den Cholesterinspiegel. (Bild: romantsubin/fotolia.com)
Das Essen von 130 Gramm Bohnen, Linsen oder Kichererbsen täglich, kann beim Abnehmen helfen. Zusätzlich sind solche Nahrungsmittel gesund, schützen das Herz und senken den Cholesterinspiegel. (Bild: romantsubin/fotolia.com)

Bohnen sättigen stark, deshalb essen wir weniger
Seit längerer Zeit ist bekannt, dass das Essen von vielen Bohnen, Kichererbsen und Linsen gesund ist und uns beim Abnehmen helfen kann. Diese Lebensmittel werden von gesundheitsbewussten Menschen bevorzugt, weil sie viel Nährstoffe enthalten und fettarm sind, erläutern die Mediziner vom St. Michael’s Hospital. Wenn wir 130 Gramm Bohnen, Erbsen, Kichererbsen oder Linsen am Tag essen, helfe dies, Übergewicht zu vermeiden. Bohnen erzeugen in uns das Gefühl, dass wir genug gegessen haben, deswegen hält uns diese Ernährung davon ab noch weitere Lebensmittel oder Snacks zu essen, sagt der Hauptautor Russell de Souza.

Bohnen und Linsen helfen abzunehmen und senken den Cholesterinspiegel
Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher vom St. Michael’s Hospital die Ergebnisse von 21 klinischen Studien, an denen 940 Männer und Frauen teilgenommen haben. Eine einzige Portion Bohnen am Tag führte dazu, dass Probanden im Durchschnitt 0,34 kg über einen Zeitraum von sechs Wochen abnahmen, erklären die Mediziner. Der Gewichtsverlust war zwar nur relativ klein, aber die Ergebnisse deuten darauf hin, dass solch eine Nahrungsumstellung uns durchaus helfen kann, Gewicht zu verlieren. Noch wichtiger ist allerdings, dass Bohnen und Linsen helfen, nicht weiter zuzunehmen, sagen die Forscher. Frühere Arbeiten von Wissenschaftlern in Krankenhäusern hätten gezeigt, dass Mahlzeiten mit Bohnen, Linsen und Erbsen unser Gefühl der Sättigung um etwa 31 Prozent erhöhen. Außerdem seien solche Nahrungsmittel auch gut für unser Herz, weil sie deutlich helfen den Cholesterinspiegel zu senken, fügen die Experten hinzu.

Linsen, Bohnen und Erbsen werden nur langsam verdaut und verursachen keine Insulinschübe
Bohnen, Linsen und ähnliche Lebensmittel haben einen niedrigen glykämischen Index. Solche Lebensmittel werden nur langsam verdaut und sie lassen nicht unser Hormon Insulin in die Höhe schnellen, sagen die Mediziner. Solche Insulinschübe werden durch Lebensmittel mit hohem glykämische Index verursacht und können dann zu Diabetes und einer Gewichtszunahme führen. Zu diesen Lebensmitteln zählen beispielsweise weißer Reis, Weißbrot und einige Frühstücksflocken. (as)
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Diabetes-Medikament erhöht das Risiko für Blasenkrebs massiv



Patienten sollten besser über die Auswirkungen von Diabetes-Medikamenten informiert werden
Normalerweise soll das Medikament Pioglitazon helfen, bei Diabetes-Typ-2-Patienten den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Bei einer Untersuchung wurde aber von Medizinern festgestellt, dass Pioglitazon auch unser Risiko für Blasenkrebs erhöht. Diabetes-Typ-2-Patienten sollten sich dringend über alle Auswirkungen des Medikaments informieren lassen.

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Pioglitazon wird eingesetzt, um bei Patienten mit Diabetes Typ 2 den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Allerdings scheint das Medikament einen unerwünschten Nebeneffekt zu haben. Forscher fanden in einer großen Untersuchung heraus, dass die Einnahme von Pioglitazon zu einer Erhöhung des Blasenkrebs-Risikos führt. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Untersuchung in der Fachzeitschrift „British Medical Journal“ (BMJ).

Die Einnahme des Diabetes-Typ-2-Medikaments Pioglitazon kann dazu führen, dass sich unsere Wahrscheinlichkeit für Blasenkrebs um etwa 63 Prozent erhöht. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)
Die Einnahme des Diabetes-Typ-2-Medikaments Pioglitazon kann dazu führen, dass sich unsere Wahrscheinlichkeit für Blasenkrebs um etwa 63 Prozent erhöht. (Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Die Einnahme von Pioglitazon erhöht die Wahrscheinlichkeit für Blasenkrebs um 63 Prozent
Ein Medikament, das Patienten mit Diabetes Typ 2 helfen soll, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren, erhöht gleichzeitig das Risiko für eine Blasenkrebs-Erkrankung. Durch die Einnahme steigt die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Blasenkrebs um etwa 63 Prozent, warnen die Mediziner. Die Ergebnisse der großen Studie zeigen, dass die Einnahme von Pioglitazon mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Blasenkrebs zusammenhängt, erläutert der Hauptautor Dr. Laurent Azoulay vom Jewish General Hospital in Montreal.

Experten überprüfen die Daten von 145.806 Patienten
Die kanadischen Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen der Einnahme des Medikaments und einer Reihe von Blasenkrebsfällen. Diese traten bei Patienten auf, die das Medikament während einer früheren Studie einnahmen, erklären die Mediziner. Seitdem gab es verschiedene Studien zu diesem Thema, teilweise mit recht widersprüchlichen Ergebnissen. Die Experten untersuchten die Daten von 145.806 Patienten aus der UK Clinical Practice Research Datenbank. Die Patienten hatten das Medikament zwischen den Jahren 2000 und 2013 eingenommen. Im Jahr 2000 war Pioglitazon zusammen mit einem anderen Medikament auf den Markt gekommen. Die Folgeuntersuchungen endeten im Juli 2014. Insgesamt wurde innerhalb dieser Folgeuntersuchungen bei 622 der Probanden eine Blasenkrebs-Erkrankung festgestellt, sagen die Experten.

Patienten müssen besser über die Auswirkungen von Medikamenten aufgeklärt werden
Das Team von kanadischen Forschern fand heraus, dass im Vergleich zu anderen Antidiabetika das Medikament Pioglitazon mit einem erhöhten Risiko von Blasenkrebs in Verbindung gebracht werden kann. Das Risiko erhöht sich dabei mit der Nutzungsdauer und der Dosis des Medikaments, sagen die Mediziner. Es konnte kein solch erhöhtes Risiko bei der Einnahme von Rosiglitazon festgestellt werden. Allerdings wurde dieses Medikament im Jahr 2010 vom Markt zurückgezogen, weil es das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann, einschließlich Herzinfarkt und Herzinsuffizienz. Eine Typ-2-Diabetes Erkrankung betrifft alleine in England und Wales etwa drei Millionen Menschen und es gibt derzeit noch keine Heilung für die Erkrankung, erkären die Mediziner. Die Krankheit könne zu Folgebeschwerden wie Erblindung, Schlaganfall, Nierenversagen und der Amputation von Gliedmaßen führen. Auf der anderen Seite wird jedes Jahr allein in England und Wales bei etwa 10.000 Menschen eine Blasenkrebs-Erkrankung diagnostiziert. Mehr als 5.000 der Betroffenen versterben durch die Krankheit. Patienten sollten über die Risiken besser unterrichtet werden, damit sie selber auswählen können, ob sie das Medikament weiter einnehmen wollen oder nicht, erläutern die Wissenschaftler.

Ergebnisse sollten Auswirkungen auf die Verschreibung von Diabetes-Medikamenten haben
Eine separate Studie von der Nottingham University stellte fest, dass unser Risiko für Nierenerkrankungen und Blindheit erhöht wurde, abhängig von der Kombination der Anti-Diabetes-Medikamente, die ein Patient einnahm. Das Medikament Metformin senkt zwar signifikant das Risiko für eine schwere Nierenerkrankung, aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit zu erblinden um fast 50 Prozent, sagen die Mediziner. Die aktuellen Ergebnisse könnten Auswirkungen auf die Verschreibungen von Medikamenten haben. Ärzte und Patienten sollten die gesamten Risiken und Nutzen von Diabetes-Medikamenten kennen, um diese besser beurteilen zu können, so das Fazit der Forscher. (as)
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Vergleichsindex zur Lebenserwartung: Wo die Menschen in Deutschland am längsten leben



Auswertung zeigt große regionale Unterschiede
Die Menschen in Deutschland werden nicht überall gleich alt. Vielmehr hängt es in hohem Maße vom Wohlstand einer Region ab, welches Lebensalter die dort lebende Bevölkerung erreicht. Dies konnte laut der Nachrichtenagentur „dpa“ nun erneut durch eine Recherche der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann bestätigt werden. Demnach ist die Lebenserwartung im wohlhabenden Starnberg mit durchschnittlich 81,3 Jahren besonders hoch, während die Männer in Pirmasens im Schnitt nur 73 Jahre alt werden.

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Sozialer Status ausschlaggebend für langes Leben
Welches Alter die Menschen hierzulande erreichen, steht offenbar in engem Zusammenhang mit der Region, in der sie leben. Dies geht laut einem Bericht der „dpa“ aus regionalen Daten hervor, welche die Linken-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) recherchiert hat. Wer in einer strukturschwachen Region lebt, hat demnach im Schnitt eine deutlich kürzere Lebenserwartung als die Bevölkerung in reicheren Gegenden.

Regionale Unterschiede bei der Lebenserwartung. Bild: WavebreakMediaMicro - fotolia
Regionale Unterschiede bei der Lebenserwartung. Bild: WavebreakMediaMicro – fotolia

Männer erreichen den Ermittlungen Zimmermanns zufolge das mit Abstand höchste Lebensalter im oberbayerischen Starnberg. Hier werden sie durchschnittlich 81,3 Jahre alt, danach folgen Hochtaunuskreis bei Frankfurt und München mit einer Lebenserwartung von je 80,9 Jahren sowie Böblingen (80,8), der Bodenseekreis und der Landkreis Ebersberg (mit jeweils 80,7 Jahren).

Niedrigste Lebenserwartung in ehemaliger Schuhmetropole
Das mit Abstand geringste Alter erreichen hingegen die Menschen im Rheinland-Pfälzischen Pirmasens. Die ehemalige Schuhmetropole am Westrand des Pfälzerwaldes gehört heute zu den strukturschwachen Regionen Deutschlands und zählt zu den am höchsten verschuldeten Städten in Deutschland. Hier werden die Männer durchschnittlich nur 73 Jahre alt. Ebenfalls vergleichsweise niedrige Werte erreichen z.B. Hof mit 73,5 Jahren, Emden (73,6) und Suhl (73,9). Auch in vielen Regionen Ostdeutschlands ist die Lebenserwartung geringer, Beispiele sind hier Eisenach (74,1), der Landkreis Oberspreewald-Lausitz oder der Salzlandkreis mit je 74,6 Jahren.

Frauen erreichen generell ein höheres Alter
Bei den Frauen bestätigte die Auswertung, dass die durchschnittliche Lebenserwartung wesentlich höher ist als die der Männer. Doch auch hier zeigten sich deutliche regionale Unterschiede: Mit durchschnittlich 85 Jahren werden Frauen demnach im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald am ältesten, in Starnberg – der Top-1 Stadt der Männer – werden 83,6 Jahre erreicht. Auf den letzten Platz landete mit 77,1 Jahren auch bei den Frauen Pirmasens.

Diese und die anderen Städte mit niedriger durchschnittlicher Lebenserwartung zeigen deutlich, dass die Chance auf ein langes Leben offenbar eng mit dem Wohlstand des Wohnorts verknüpft ist. Wie die „dpa“ berichtet, habe die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage Zimmermanns eingeräumt, „dass günstigere sozioökonomische Bedingungen in der Wohnregion mit einer höheren Lebenserwartung einhergehen.“ Gründe hierfür seien demnach unter anderem Unterschiede im Bereich der Bildung, Ernährung, Bewegung, aber auch z.B. bei den Arbeitsbedingungen.

Geringes Einkommen bedeutet oft starke Belastungen
Dass nicht die geografische Lage, sondern die sozioökonomischen Bedingungen für die Unterschiede verantwortlich sind, zeigt auch der Umstand, dass die Menschen in anderen Teilen von Rheinland-Pfalz deutlich älter werden als in Pirmasens. So erreichen die Männer beispielsweise in Kaiserslautern durchschnittlich 75,5, in Ludwigshafen 77,4 und in Mainz sogar 79,3 Jahre.

„Wer wenig verdient, muss häufiger schwere und gesundheitlich belastende Arbeit leisten, muss unter Lärm und Luftverschmutzung leiden, kann sich nicht so gut ernähren und stirbt früher als Besserverdiener“, fasst Zimmermann zusammen. Menschen mit geringem Einkommen seien demnach häufiger von chronischen Erkrankungen, aber auch von psychischen Leiden wie Depressionen betroffen.

Gesundheit wird bereits früh durch den Status der Familie geprägt
Auch das Robert Koch-Institut (RKI) geht davon aus, dass „in Deutschland wie in den meisten anderen Wohlfahrtsstaaten ein enger Zusammenhang zwischen der sozialen und gesundheitlichen Lage besteht.“ Demnach seien Menschen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status deutlich häufiger z.B. von Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes betroffen. Frauen mit sehr niedrigem Einkommen hätten demnach eine um acht Jahre geringere Lebenserwartung als Frauen mit hohem Einkommen. Bei Männern beträgt der Unterschied elf Jahre. Wie aus dem aktuellen RKI-Bericht „Gesundheit in Deutschland“ hervor geht, sei die Gesundheit bereits im Kindes- und Jugendalter durch den sozioökonomischen Status ihrer Herkunftsfamilie geprägt. „Die Weichen dazu werden schon im frühen Alter gestellt“, so die stellvertretende Fraktionschefin der Linken Zimmermann gegenüber der „dpa“. (nr) Advertising
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Immunreaktion: Neuer Signalweg mit Einfluss auf Entzündungsprozesse entdeckt



Forscher identifizieren bislang unbekannten Signalweg der menschlichen Immunantwort
Die Immunreaktion des menschlichen Organismus ist entscheidend für die Abwehr von Krankheitserregern und den Erhalt der Gesundheit, doch sie kann auch aus dem Ruder laufen und chronische Entzündungsprozesse initiieren. Wissenschaftler der Ludwig-Maximillians-Universität (LMU) in München haben nun einen bisher unbekannten Signalweg entdeckt, der maßgeblichen Einfluss auf die Immunantwort des Körpers hat. „Wir nennen diesen Signalweg das alternative Inflammasom, um ihn eindeutig von den bisher beschriebenen Signalwegen abzugrenzen“, erklärt Studienleiter Veit Hornung, Inhaber des Lehrstuhls für Immunobiochemie am Genzentrum der LMU.

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Nach Einschätzung der Forscher könnte der entdeckte alternative Signalweg eine entscheidende Rolle bei Entzündungsprozessen spielen, die zum Beispiel bei Erkrankungen wie Gicht, Typ 2 Diabetes oder auch der Arteriosklerose auftreten. Er ermöglicht außerdem eine besonders schnelle Antwort des Immunsystems auf Fremdstoffe. Mit einem speziellen Verfahren konnte das Forscherteam in „bisher unerreichter Präzision analysieren, wie Interleukin 1 von menschlichen Zellen ausgeschüttet wird“, das als Botenstoff für einen Schnellstart der Immunreaktion benötigt wird, so die Mitteilung der LMU. Das Inflammasom NLRP3 ist hierbei laut Aussage der Forscher von entscheidender Bedeutung. Die Ergebnisse ihrer aktuellen Studie haben die Wissenschaftler in dem Fachmagazin „Immunity“ veröffentlicht.

Wissenschafter der LMU haben einen bislang unbekannten Signalweg der Immunabwehr identifiziert. (Bild: psdesign1/fotolia.com)
Wissenschafter der LMU haben einen bislang unbekannten Signalweg der Immunabwehr identifiziert. (Bild: psdesign1/fotolia.com)

Schnellstart der Immunreaktion
Durch eine Kombination neuer Untersuchungsmethoden hat das Team um den LMU-Genforscher Veit Hornung laut Mitteilung der Universität „bislang unbekannte molekulare Mechanismen bei der menschlichen Immunantwort“ identifiziert. Grundsätzlich unterscheide das Immunsystem zwischen „selbst“ und „fremd“, um Krankheitserreger oder auch Krebszellen abzuwehren. Zur effektiven Bekämpfung von „fremd“ werde allerdings ein Schnellstart der Immunreaktion benötigt, bei dem angeborene Rezeptoren von Immunzellen fremde Oberflächenmoleküle erkennen, berichtet die LMU. Hierbei werden Botenstoffe freigesetzt, welche die Immunantwort in Gang bringen. Das Forscherteam um Veit Hornung konnte durch die Kombination zweier neuer Verfahren den Signalweg bestimmen, welche diesen Schnellstart der Immunantwort ermöglicht.

Mauszellen und menschliche Zellen mit unterschiedlicher Reaktion
„Durch das systematische Ausschalten einzelner Gene in einem neuartigen Zelltyp, der menschlichen Abwehrzellen bis ins Detail ähnelt, ist es gelungen, einen bislang unbekannten Signalweg aufzudecken, der eine wichtige Rolle in der Steuerung von Entzündungsprozessen spielt“, so die Mitteilung der LMU. Veit Hornung und sein Team hatten sich zunächst am Universitätsklinikum Bonn, dann an der LMU, an die Hornung im Oktober 2015 gewechselt ist, mit dem sogenannten NLRP3-Inflammasom befasst, das eine Schlüsselrolle bei häufig vorkommenden entzündlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Gicht, Typ 2 Diabetes oder Arteriosklerose spielt. Die Untersuchungen an menschlichen Zellen zeigten jedoch andere Ergebnisse als die bisherigen Analysen, welche vor allem auf Versuchen an Zellen der Maus basierten, berichtet die LMU. So benötigten die Mauszellen zwei initiale Reize, damit das NLRP3-Inflammasom zur Ausschüttung des Botenstoffs Interleukin 1 führt. Doch die menschlichen Zellen (Monozyten) setzten diesen wichtigen Botenstoff in Reaktion auf einen einzelnen Reiz frei.

Die Studie sei ein weiteres Beispiel dafür, dass Ergebnisse aus dem Mausmodell nicht immer eins zu eins auf den Menschen übertragen werden können, erläutern die Forscher. So würden nur menschliche Monozyten in Reaktion auf Lipopolysaccharid direkt die Freisetzung von Interleukin 1 auslösen, ohne dass ein zweiter Reiz nötig ist. „Unsere Ergebnisse widerlegen bisherige Annahmen der Inflammasomforschung. Wir hoffen, dass unsere neue Methode weiter dazu beitragen kann, die zellbiologischen Grundlagen von Immunkrankheiten zu verstehen“, so das Fazit von Hornung und Kollegen. (fp)
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