Auswertung: Eltern sind seltener als Nicht-Eltern krank



Mütter und Väter ab 40 haben weniger Fehltage als kinderlose Kollegen
Wer Kinder hat, fehlt seltener im Job. Das zeigt der aktuelle „Gesundheitsreport 2016“ der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach waren Arbeitnehmer mit familienversicherten Kindern im vergangenen Jahr statistisch betrachtet 2,3 Tage weniger krankgeschrieben als kinderlose Berufstätige. Zudem hätte sich laut einem Pressebericht der TK über alle Altersgruppen hinweg gezeigt, dass Väter und Mütter weniger Psychopharmaka verschrieben bekamen als Erwerbstätige ohne Kinder.

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Mehr als zwei Tage Unterschied zwischen Berufstätigen mit und ohne Kindern
„Kinder sind gut für die Gesundheit“. Dies teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Hinblick auf ihren „Gesundheitsreport 2016“ mit, welcher am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Denn wie aus dem Report hervor geht, waren Beschäftigte mit familienversicherten Kindern im Jahr 2015 seltener krank als Berufstätige ohne Kinder. Demnach waren die bei der TK versicherten Beschäftigten im vergangenen Jahr durchschnittlich 15,4 Tage krankgeschrieben. Mütter und Väter mit familienversicherten Kindern fehlten dabei mit 14,3 Tagen gut einen Tag weniger, diejenigen ohne Kinder lagen hingegen mit 16,5 Tagen gut einen Tag über dem Schnitt, so der Bericht der TK.

Die Familie hilft vielen Berufstätigen beim Abbau von Stress und  fördert dadurch die Gesundheit. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)
Die Familie hilft vielen Berufstätigen beim Abbau von Stress und fördert dadurch die Gesundheit. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Familie wirkt positiv auf die Gesundheit
Für den Report hatte die Krankenkasse die Krankschreibungen und Arzneimitteldaten ihrer 4,6 Millionen versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Der Themenschwerpunkt widmete sich dieses Jahr der so genannten „Sandwichgeneration“ zwischen 30 und 44 Jahren. „Wir sprechen bei dieser Generation oft von der Doppelbelastung von Familie und Beruf. Bei vielen Beschäftigten ist es sogar eine Dreifachbelastung, wenn sie auch ihre Eltern pflegen. Deshalb finde ich es gut und wichtig zu zeigen, dass Familie auch eine Ressource ist, die positiv auf Gesundheit wirkt“, so der Vorstandsvorsitzende der TK, Dr. Jens Baas, laut der Mitteilung. Dementsprechend verdiene die Vereinbarkeit einen größeren Stellenwert im Gesundheitsmanagement von Betrieben und Krankenkassen. „Wie wir nun sehen, ist das nicht nur Kosmetik für das Arbeitgeberimage, sondern auch unternehmerisch klug“, sagt Dr. Baas weiter.

Differenz wird mit zunehmendem Alter immer größer
Auffällig sei jedoch, dass sich dieser Trend erst ab dem 40. Lebensjahr abzeichnet, erklärt Dr. Thomas Grobe vom AQUA-Institut, der die Daten für die Krankenkasse auswertete. Denn in den jüngeren Jahrgängen würden die die Fehlzeiten bei Eltern noch höher liegen. Erst „ab 40 dreht sich das Verhältnis um und sie sind weniger arbeitsunfähig“. Die „Schere“ gehe dann mit steigendem Alter immer weiter auseinander, sodass bei den über 55-Jährigen die Differenz sogar über eine Woche betrage, führt der Experte fort.

Eltern bekommen weniger Psychopharmaka
Bei der Verschreibung von Medikamenten spielt das Alter hingegen keine Rolle. Vielmehr zeigt der Report, dass berufstätige Mütter und Väter mit familienversicherten Kindern über alle Altersklassen hinweg 2015 weniger Psychopharmaka verschrieben bekamen als Arbeitnehmer ohne Nachwuchs. Hier betrug die Differenz der TK zufolge bei den Männer drei und bei den Frauen sogar fast sieben Tagesdosen.

Dass Kinder und Familie offenbar einen guten Ausgleich bieten, bestätigt laut der TK die Ergebnisse früherer Untersuchungen der Kasse. „Wir wissen aus unseren bevölkerungsrepräsentativen Umfragen, dass Familie und Freunde immer wieder an erster Stelle genannt werden, wenn wir nach Anti-Stress-Strategien fragen“, so Dr. Sabine Voermans, Leiterin der TK-Prävention, laut der Mitteilung. (nr)
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Kuriose Studienauswertung: Kinder mit höchstem Süßigkeitenverzehr haben niedriges Risiko für Übergewicht



Neue Großstudie im Top-Journal der American Society for Nutrition
Eine aktuelle Großanalyse von 19 Studien, veröffent- licht im American Journal of Clinical Nutrition, dem wissenschaftlichen Top-Journal der American Society for Nutrition, hat ergeben: Die Wahrscheinlichkeit für Übergewicht und Fettleibigkeit war bei Kindern und Jugendlichen mit dem höchsten Konsum von Süßigkeiten und Schokolade um 18% niedriger als bei den „Normalnaschern“ (Referenzgruppe). Die von ihren eigenen Ergebnissen überraschten Autoren empfehlen: „Maßnahmen gegen Fettleibigkeit sollten andere Ernährungselemente fokussieren statt Süßigkeiten.“ [1]

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Nicht dick durch Süßes? Bild: dream79 - fotolia
Nicht dick durch Süßes? Bild: dream79 – fotolia

Diese Studie passt zu einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten Jahre, die vermeintliche Ernährungsweisheiten ad absurdum führen – beispielsweise hatten Jugendliche mit hohem Fast Food-Verzehreinen niedrigen BMI und der Zusammenhang von Softdrinks mit Übergewicht blieb unklar [2,3]. „Fast Food, Softdrinks und Süßigkeiten werden als Dickmacher gebrandmarkt, damit ratlose Ernährungsapostel der Öffestlichkeit `Schuldige ́ präsentieren können“, erklärt Ernährungswissenschaftler und Buchautor Uwe Knop, „dabei existiert kein einziger Beweis für deren Dickmacher-Effekt – ganz im Gegenteil: aktuelle Studien zeigen entweder keinen oder einen ernährungspolitisch unerwünschten Zusammenhang – und zwar, dass mit höherem Konsum der vermeintlichen Dickmacher ein niedrigeres Körpergewicht verbunden ist.“

Diplom-Ökotrophologe Knopf hat für sein neues Rowohlt-Buch Ernährungswahn* mehr als 1.000 aktuelle Studien kritisch analysiert – sein Fazit ist klar: „Niemand kann sagen, was gesunde Ernährung ist – denn Ernährungsforschung gleicht dem Lesen einer Glaskugel, da dieser evidenzlimitierte Forschungszweig keine harten Beweise, sondern systembedingt nur wachsweiche Hypothesen liefert.“

Drei neue Studien: „Nahrungsmedizin“ Schokolade?
Weitere aktuelle „Schoko-Studien“ bei Erwachsenen ergaben: Schokoladen-Konsum ist mit einem niedrigen Risiko sowohl für Herz-Durchblutungsstörungen und Herzinfarkt [4] als auch für geistigen Abbau [5] verbunden. Des Weiteren zeigte eine Studie im British Journal of Nutrition: der tägliche Konsum von Schokolade stand in Zusammenhang mit einer verminderten Wahrscheinlichkeit für Insulin-Resistenz, einem wichtigen Risikofaktor des metabolischen Syndroms [6]. Ist Schokolade nun ein „ungesunder Dickmacher“ oder eine „gesunde Nahrungsmedizin“? Auch diese drei Studien bestätigen Knopf zufolge das ökotrophologische Universalcredo: Nichts Genaues weiß man nicht …

„Bemitleidenswerte Ernährungsforschung“
Der desolate Zustand ökotrophologischer Forschung ist in der Fachwelt schon lange bekannt. So erklärte der Direktor des deutschen Cochrane-Zentrums, das die Qualität wissenschaftlicher Studien bewertet, Prof. Gerd Antes bereits 2011: „Die Ernährungswissenschaften sind in einer bemitleidenswerten Lage. Studien in diesem Bereich sind von vielen unbekannten oder kaum messbaren Einflüssen abhängig. Deswegen gibt es immer wieder völlig widersprüchliche Ergebnisse“ [7]. Nur ein Jahr später ergänzte sein „Studienbewertungskollege“ vom staatlichen IQWiG (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen), Dr. Klaus Koch, zur Kernschwäche von Ernährungs-Beobachtungsstudien: „Epi- demiologische Studien können normalerweise keine Beweise liefern. Punkt“ [8]. Daher ist für Prof. Gabriele Meyer, ehemalige Vorsitzende des DNEbM e.V. (Deut- sches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin) und aktuell Mitglied im Sachverständigenrat von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, klar: „Beobachtungsstudien sind nicht geeignet, präventive oder therapeutische Empfehlungen abzuleiten“ [9]. Einer der Gründe: Beobachtungsstudien liefern ausschließlich Korrelationen (statistische Zusammenhänge), jedoch niemals Kausalitäten (Ursache-Wirkungs-Beziehungen/Beweise).

Auch in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen wurde jüngst immer wieder auf die systemimmanente Kernschwäche der Ernährungsforschung hingewiesen: Viele ihrer Ergebnisse seien „völlig unglaubwürdig“ – und auch eine „weitere Mil- lion Beobachtungsstudien“ würde keine endgültigen Lösungen liefern [10]. Auf- Grund zahlreicher Schwächen dieser Untersuchungen werden Politiker zu „größerer Vorsicht bei Ernährungsempfehlungen“ angemahnt, da diese primär auf Beobachtungsstudien basieren, die nicht durch klinische Studien bestätigt wurden [11].

„Nicht genügend wissenschaftliche Evidenz“
Dem entsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis im Februar 2016 Prof. Peter Stehle, Präsidiumsmitglied der DGE e.V. (Deutsche Gesellschaft für Ernäh- rung) öffentlich offenbarte, dass die Ernährungsforscher ein Problem haben: „Wir können nicht genügend wissenschaftliche Evidenz liefern.“ Denn das sei „tatsächlich schwierig, das Liefern von Belegen.“ Die beobachteten Ergebnisse der Ernährungsforschung seien daher „argumentativ natürlich sehr, sehr schwach. Aber das war immer so und wird so bleiben.“ Denn zu diesen Studien, die harte Evidenz, also Beweise für beispielsweise gesunde Ernährung liefern, erklärt Stehle: „Solche Interventionsstudien wird es nie geben.“ Auch auf die Frage, wie hoch der Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit (Verfassung) ist, spricht Stehle Klartext: „Das lässt sich nicht quantifizieren. Niemand weiß das“ [12]. Dementsprechend dünn ist auch das Fazit zu gesunder Ernährung von Prof. Jana Rückert-John, Hochschule Fulda: „Was am Ende dann bleibt, ist sich ausgewogen zu ernähren.“ Dabei solle man von allem essen und die „Lust und den Spaß am Essen im Zuge des ganzen Gesundheitswahns nicht verlieren.“ [13]
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Quellen:

[1] Am J Clin Nutr. 2016 May; 103(5):1344-56. doi: 10.3945/ajcn.115.119883.
Epub 2016 Apr 13 / Confectionery consumption and overweight, obesity, and related outcomes in children and adolescents: a systematic review anmeta-analy-
sis. Abstract und Vollpublikation NO CONFLICT OF INTEREST Am J Clin Nutr: “The best clinical research journal in the nutrition field.”
[3] Child Obes. 2015 Aug; 11 (4): 338-46. doi: 10.1089/chi.2014.0117
Sugar-Sweetened Beverages and Obesity among Children and Adolescents: A Re- view of Systematic Literature Reviews
[2] BMJ-Open 2014;4: e005813, dos:10.1136 / bmjopen-2014-005813 / Fast-food consumption and body mass index in children and adolescents: an international cross-sectional study

[4] Heart. 2016 Jul 1;102(13):1017-22. dos: 10.1136/heartjnl-2015-309203. Epub 2016 Mar 2 / Chocolate consumption and risk of myocardial infarction: a prospective study and meta-analysis
[5] J Alzheimers Dis. 2016 May 6;53(1):85-93. doi: 10.3233/JAD-160142. / Chocolate Consumption is Associated with a Lower Risk of Cognitive Decline
[6] Br J Nutr. 2016 May;115(9):1661-8. toi: 10.1017/S0007114516000702. Pub 2016 Mar 17. / Daily chocolate consumption is inversely associated with insulin
resistance and liver enzymes in the Observation of Cardiovascular Risk Factors in Luxembourg study
[7] Süddeutsche Zeitung „Falsche Früchtchen“
[8] Spiegel online, „Überschätzte Gesundheitsstudien: Wer zu viel glaubt, bleibt dumm“ [9] Novo Argumente, „Ernährungsregeln – wo bleiben die Daten?“
[10] Implausible results in human nutrition research – Definitive solutions won ́t come from another million observational papers or small randomized trials
[11] Limitations of Observational Evidence: Implications for Evidence-Based Dietary Recommendations
[12] Bonner General Anzeiger, „Der Verbraucher versteht das Wort Risiko nicht“
[13] n-tv.de: „Günstiges Essen ist Wohlstandsindikator“ (Uwe Knop)

Verbesserte Ernährungsweise: Wann am Tag sind große Mahlzeiten am besten?



Ein ideales Ernährungsmuster für alle gibt es nicht
Frühstücke wie ein Kaiser, iss zu Mittag wie ein König und zu Abend wie ein Bettler: Diesen Spruch haben viele Menschen im Hinterkopf, wenn es um die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten geht. Doch trifft diese „goldene Regel“ überhaupt zu? Ist es tatsächlich sinnvoller, wenn zum Abend hin weniger gegessen wird? Nicht immer, denn der ideale Essensrhythmus kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“ erklären Experten, wie der Mensch in Hinblick auf die Ernährung „tickt“ und worauf es sich dabei zu achten lohnt.

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Wie wichtig sind feste Essenszeiten?
„Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“ – diese Ansicht ist weit verbreitet und vielen Menschen ist es daher wichtig, morgens nicht mit leerem Magen das Haus zu verlassen. Die Begründung klingt plausibel: Da die Reserven über Nacht aufgebraucht wurden, benötigt der Körper am Morgen neue Nahrung, um für den Tag genug Energie zu haben. Dies spiegelt sich auch in der berühmten Redensart wieder, wenn es heißt, man solle „Frühstücken wie ein Kaiser“. Doch stimmt diese Theorie? Ist es tatsächlich für den Körper das Beste, wenn am Morgen möglichst ausgiebig gefrühstückt wird?

Der ideale Essensrhythmus kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Der Grund hierfür ist unsere "innere Uhr". (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)
Der ideale Essensrhythmus kann von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Der Grund hierfür ist unsere „innere Uhr“. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Zum Teil ja, denn offenbar spielt die so genannte „innere Uhr“ des Menschen eine bedeutendere Rolle als bislang angenommen. Dieses komplexe System wird vor allem durch das Licht getaktet und koordiniert neben dem Schlaf-Wach-Rhythmus auch die Aktivität der inneren Organe sowie den Stoffwechsel – und damit auch den Umgang des Körpers mit Nahrung. „So wird die gleiche Mahlzeit morgens schneller verarbeitet als abends. Es ist demnach günstiger, morgens eine größere Mahlzeit zu essen als abends“, erklärt Andreas Pfeiffer von der Charité Berlin. Die Zusammensetzung der Mahlzeit spiele dabei aber keine Rolle, so der Leiter der Medizinischen Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin.

Nicht ohne Frühstück aus dem Haus?
Aus Sicht von Hans Hauner, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Technischen Universität München, ist es sinnvoll, am Morgen auf gesunde Nahrungsmittel zu achten. Wie umfangreich die frühe Mahlzeit dabei ausfallen sollte, lasse jedoch nicht pauschal beantworten. „Ein gesundes Frühstück ist grundsätzlich gut. Es ist aber fragwürdig, ob es zum Frühstück unbedingt die größte Portion sein muss. Man sollte daher auch individuelle Essensmuster und Vorlieben berücksichtigen“, so der Experte gegenüber der Nachrichtenagentur.

Wer sich nach dem so genannten „stoffwechselbasierten Ansatz“ ernähren möchte, sollte morgens und mittags je eine große Portion und am Abend dann die kleinste Mahlzeit des Tages zu sich nehmen. Diese Abfolge entspreche dem Experten nach den aktiven Zeiten unseres Stoffwechselsystems. Doch bei Berufstätigen sieht der Alltag oft anders aus: „Für viele Menschen ist es Normalität, abends nach der Arbeit die Hauptmahlzeit zu essen. Da macht es keinen Sinn, das Abendessen zu verbieten. Ein solches Essensmuster wäre nicht von Dauer“, sagt Hauner.

Radikale Regeln sind oft sinnlos
Dementsprechend gibt es nicht den einen idealen Ernährungs-Rhythmus, nach dem sich jeder richten sollte. Zu verschieden sind hierfür die Tagesabläufe der Menschen und damit auch die Zeiten, an denen jemand Hunger verspürt. Dies bestätigt auch die Ökotrophologin und Ernährungsberaterin Silke Lichtenstein und rät daher von zu strikten Ernährungsplänen ab: „Wer sich beispielsweise ein striktes Essensverbot nach 18 Uhr auferlegt, der wird um 17 Uhr ohne Hungergefühl anfangen, im Voraus zu essen, damit er später keinen Hunger hat. Das macht dann insgesamt wenig Sinn.“

Wer sich gesund ernähren möchte, sollte jedoch darauf achten, nicht zu häufig am Tag zu essen. Denn das ständige „snacken“ kann schnell zum Problem führen. „Wir neigen heute dazu, acht bis zehn Mal pro Tag zu essen. Durch das häufige Zuführen von Nahrung werden die Energievorräte in den Zellen nicht verbraucht“, erläutert Andreas Pfeiffer weiter. „Alles was weiter zugeführt wird, landet nicht in unseren direkten Energiespeichern, sondern als Fett in der Leber oder den Gefäßen“, so der Experte, der auch die Abteilung Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung leitet. Zudem hätten Studien gezeigt, dass häufige Zwischenmahlzeiten auch zu einer erhöhten Gesamttagesbilanz führen – daher sollte vor allem nach dem Abendessen nichts mehr gegessen werden, betonen die Ernährungswissenschaftler.

Hunger muss nicht sofort gestillt werden
Demnach sei der Körper nicht generell darauf ausgelegt, häufig und regelmäßig Nahrung aufzunehmen. Der uns bekannte und fest etablierte „Morgens-Mittags-Abends-Rhythmus“ habe sich eher kulturell entwickelt. „Hungerphasen sind durchaus gesund, solange sie nicht in eine Mangelernährung resultieren. Ein Abwechseln zwischen Hunger- und Essensphasen unterstützt die metabolische Flexibilität und wirkt sich langfristig positiv auf die Gesundheit aus“, sagt Pfeiffer. Ein knurrender Magen sollte also nicht gleich als „Warnsignal“ gedeutet werden, ergänzt Lichtenstein: „Wir sollten uns von der Idee trennen, dass Hunger etwas ist, was sofort bekämpft werden muss.“ Statt sofort zu einem Snack zu greifen, sollte das Hungergefühl der Expertin zufolge daher ruhig mal ausgehalten werden, um dem Körper später etwas „Gutes“ zu gönnen.

Eine Ausnahme bilden hier jedoch Personen, die von starker Adipositas betroffen sind und daher Hunger und Sättigung nicht mehr richtig einschätzen können. „Feste Essenszeiten können da helfen und Verführungen zwischen den Mahlzeiten reduzieren“, so Hauner. (nr)
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Ökotest: Bei Grillwürstchen besser auf „Bio“ setzen



Experten entdecken Mineralölrückstände und Antibiotikum in der Wurst
Eine Grillparty ohne Bratwürstchen ist für viele Menschen nahezu undenkbar. Wie auch Steaks gehören sie selbstverständlich zum Grillen dazu und landen oft in großen Mengen auf dem Rost. Laut den Experten von „Öko-Test“ sollte hier jedoch viel öfter zu Alternativen gegriffen werden. Die Tester untersuchten 20 handelsübliche Brat- bzw. Grillwürste und kamen hinsichtlich der Qualität zu keinem guten Ergebnis. Zudem sollten Verbraucher die zumeist schrecklichen Bedingungen berücksichtigen, denen die Schweine vor ihrer Schlachtung ausgesetzt waren.

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Bratwurst ist ein Muss für viele Grill-Fans
Sommer, Ferienzeit und die Fußball-Europameisterschaft: Für viele Menschen sind dies die perfekten Voraussetzungen, um so oft wie möglich den Grill anzuwerfen. Für die meisten Fleisch-Fans sind Bratwürstchen dabei eine Selbstverständlichkeit. Doch genau darüber sollten Verbraucher nach Ansicht von „Öko-Test“ besser noch einmal nachdenken. Denn die Qualität und die Herkunft vieler Produkte ist alles andere als erfreulich.

Ökotest hat Bratwürstchen untersucht und ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Fleisch-Fans sollten daher lieber über leckere Alternativen für die nächste Grill-Party nachdenken. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)
Ökotest hat Bratwürstchen untersucht und ist zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen. Fleisch-Fans sollten daher lieber über leckere Alternativen für die nächste Grill-Party nachdenken. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)

Ökotest testete für die aktuelle Juli-Ausgabe 20 Würste und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: In 14 Produkten fanden die Experten laut einer aktuellen Pressemitteilung Mineralölrückstände, die aus Kunstoffverpackungen oder dem Produktionsprozess stammen. Dabei handelte es sich um gesättigte Mineralölkohlenwasserstoffe (MOSH), die sich im Körper anreichern können und in Tierversuchen zu Organschäden geführt haben, so die Information. Neben dem entdeckten die Experten in einer Wurst das Antibiotikum Florfenicol, wobei eine Charge sogar so hohe Mengen davon enthielt, dass sie gar nicht in den Handel gelange dürfen.

Überflüssige Zusatzstoffe in fast allen Produkten
Doch das ist noch nicht alles. Denn in den Produkten steckten darüber hinaus eine Reihe überflüssige Zusätze, so die Kritik von Ökotest. Demnach fanden sich in fast allen überprüften Bratwürsten Phosphate, die z.B. zur Erhaltung des natürlichen Wasserbindevermögens
eingesetzt werden. Zuviel davon könne laut Ökotest jedoch die Kompensationsmechanismen des Körpers überfordern und zu Nierenschädigungen und einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen.

Nur Bio-Produkte schneiden gut ab
Insgesamt fielen den Testern zufolge alle konventionellen Produkte durch. Lediglich die vier Bio-Produkte „Alnatura Bratwürstchen“, „Basic Rostbratwürstchen“ von Bioland, „Königshofer Original Nürnberger Bio-Rostbratwürste“ und die „Packlhof Rostbratwürstl“ von Bioland konnten ein „gut“ erreichen. Ein Grund hierfür war die im Vergleich als „gut“ bewertete Tierhaltung. Dieser Punkt führte wiederum bei der „Eberswalder Rostbratwurst“, „Grillmeister Rostbratwurst“ und der „Ja! Delikatess Rostbratwurst“ zu einem „ungenügend“ – was sich allerdings auch in den Inhaltsstoffen der Produkte widerspiegelte.

Tiere müssen unter schrecklichen Bedingungen leben
„Besonders schockierend an dem Grillwurst-Test ist, wie wenig die konventionellen Hersteller auf das Tierwohl achten“, teilt Ökotest mit. Demnach seien das „Abschneiden der Schwänze wie das Eckzähneschleifen und die betäubungslose Kastration der Ferkel in den ersten Lebenstagen [.] genauso Standard im Schweinestall wie die Gentechnik im Futtertrog“, so der Bericht.

Daher rät Ökotest, nur hin und wieder mal eine Bratwurst zu essen – und dann in Bio-Qualität. Denn hier seien zum einen die Haltungsbedingungen besser, zudem könnte leichter zurückverfolgt werden, woher die Produkte stammen. Ein großes Manko hat aber auch die Bio-Haltung: Denn auch in diesem Fall würden die jungen Eber in der Regel in den ersten Lebenstagen ohne Betäubung kastriert, so die Information.

Vegetarische Alternativen für den Grill-Abend
Eine wirklich gute Alternative für den nächsten gemütlichen Fußball-Abend mit Freunden bietet daher Grillen mit Gemüse und Tofu. Hier eignen sich beispielsweise Maiskolben, gefüllte Champignons oder Zucchinischeiben, die in einer Edelstahlschale gegart werden. Wer sich nicht ganz vom Fleisch trennen mag, findet in fleischfreiem Grillgut auf Basis von pflanzlichem Eiweiß einen leckeren Ersatz. Mittlerweile bietet fast jeder Supermarkt fertig zubereitete und gewürzte Würstchen, Steaks oder Burger aus Soja, Weizen oder Lupinen an. (nr)
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Ratgeber: Wer hat welchen Reha-Anspruch?



Nach einem Unfall, bei chronischen Erkrankungen oder einem schweren Schicksalsschlag hilft den Betroffenen meist eine Reha-Maßnahme, um wieder richtig fit zu werden. Allein in Deutschland werden jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Menschen in Reha-Einrichtungen behandelt. Doch wer hat eigentlich Anspruch auf eine solche Maßnahme? Wie stelle ich einen Antrag? Kann ich die Einrichtung selbst wählen? Diese Fragen beantwortet Dr. med. univ. Simon Güte, Kurarzt und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollens.

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Was versteht man unter dem landläufigen Wort „Reha“?
„Im Prinzip gibt es drei Formen der Rehabilitation: Als erstes die medizinische Reha. Sie soll mit medizinischen Maßnahmen Einschränkungen die zur Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit führen, vermeiden oder vermindern. Die zweite Form, die berufliche Rehabilitation umfasst alle Maßnahmen, die es einem Menschen nach überstandener Erkrankung, mit gesundheitlichen Einschränkungen oder anderen die Erwerbsfähigkeit einschränkenden Problemen ermöglichen sollen, wieder am Arbeitsleben teilzunehmen. Als drittes gibt es noch die soziale Reha, die es Menschen mit Behinderung erleichtern soll, sich ins gesellschaftliche Leben zu integrieren.“

Fragen und Antworten zum Reha-Anspruch. Bild:
Fragen und Antworten zum Reha-Anspruch. Bild:

Wo finden solche Maßnahmen statt?
„Rehabilitation findet in Reha-Kliniken oder in ambulanten Reha-Einrichtungen statt.“

Welchen medizinischen Nutzen haben sie?
„Wer mit einer chronischen Erkrankung wieder fit werden will, braucht ärztliche Kontrolle und gezielte Programme. Nur wenn gut ein medizinisch ausgebildetes Team und eine große Vielfalt an medizinischen Angeboten zur Verfügung stehen, hat die Reha Erfolg. An Kurorten werden diese durch klassische Kurort-Therapien wie Bäder oder Packungen ergänzt. Das Besondere an einem Kurort sind darüber hinaus die – meist ortsgebundenen – natürlichen Heilmittel. In Bad Gastein beispielsweise gehört vor allem der Radonthermalstollen dazu. Hier fahren Patienten mehrmals mit dem Zug in den Stollen ein und verbringen etwa eine Stunde auf den Therapiestationen, wo die Wirkfaktoren Radon, Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit ihren therapeutischen Nutzen entfalten.“

Wie funktioniert die Antragstellung?
„Patienten sollten ihren Hausarzt aufsuchen. Er muss die Notwendigkeit feststellen und den Krankheitsverlauf dokumentieren. Der Antrag muss an die Rentenversicherung, die Berufsgenossenschaft oder die Krankenkasse gestellt werden. Viele Reha-Einrichtungen sind bei der Antragstellung behilflich. Es ist in den meisten Fällen eine Zuzahlung erforderlich.“

Welche Voraussetzungen braucht es für eine Bewilligung des Antrags?
„Es muss absehbar sein, dass sich durch die Reha der Gesundheitszustand verbessert, der Krankheitsprozess verlangsamt oder die berufliche Leistungsfähigkeit sich steigert. Bei den chronischen Erkrankungen haben vor allem Menschen mit Rheuma, Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut gute Chancen auf Bewilligung. Viele Patienten profitieren nach einer Therapie bei uns in Gastein von einem geringeren Medikamentenbedarf, weniger Schmerzen oder gar Beschwerdefreiheit.“

Hat man Mitspracherecht bei der Einrichtung?
Ja, Versicherte haben ein Wunsch- und Wahlrecht bei der Behandlungseinrichtung. Die die abschließende Entscheidung über Einrichtung und Leistungsumfang trifft aber der Reha-Träger. (pm) Advertising
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