Chronische Krank im Job: Verschweigen oder doch besser drüber reden?


Sag ich’s oder nicht? Entscheidungsunterstützung für chronisch Erkrankte

Viele Menschen im Berufsleben gehen trotz chronischen Erkrankungen zur Arbeit. Die Anzahl der Beschäftigten mit chronischen Leiden und Behinderungen wird aufgrund der demographischen Entwicklungen in Zukunft noch ansteigen, so die Einschätzung des Lehrstuhls für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln. Für Betroffene stellt sich häufig die Frage, ob sie ihre Krankheit verschweigen oder Vorgesetzte und Kollegen einweihen sollten. Das Projekt „Sag ich’s?“ soll chronisch Kranken bei der Entscheidungsfindung helfen.
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Für viele immer noch ein Tabuthema: Menschen mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen wie chronische Schmerzen verschweigen häufig ihre Leiden bei der Arbeit – aus Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Universität zu Köln arbeitet derzeit gemeinsam mit dem forschenden BioPharma-Unternehmen AbbVie, der BAG Selbsthilfe und dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) an einer interaktiven Hilfe für Betroffene. Bei dem Projekt „Sag ich’s?“ können Interessierte demnächst eine Online-Reflexionshilfe verwenden, die bei der Entscheidungsfindung helfen soll.

Viele Beruftätige verschweigen chronische Leiden gegenüber Vorgesetzten und Kollegen aus Angst vor negativen Folgen. Dabei kann ein offener Umgang viele positive Aspekte haben. Die Online-Hilfe „Sag ich’s?“ soll Betroffene bei der Entscheidung unterstützen. (Bild: WavebreakMediaMicro/fotolia.com)

Chronische Erkrankungen im Job – mehr Regel als Ausnahme

„Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird das Arbeiten mit einer chronischen Erkrankung immer mehr zur Regel als zur Ausnahme“, schreiben die Experten der Universität zu Köln in einer Pressemitteilung zu dem Projekt. Aus Angst vor Diskriminierung würden viele Betroffene davon absehen, Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen über ihre Leiden aufzuklären.

Schon der erste Schritt ist eine Hürde

„Der Schritt zu einer persönlichen Beratung in Selbsthilfeorganisationen oder durch den Betriebsarzt ist ebenfalls eine hohe Hürde“, erläutert Dr. Wolfang Panter, Präsident des VDBW. Dabei könne ein offener Umgang zahlreiche Vorteile haben. Die Aufklärung könne zu mehr Unterstützung am Arbeitsplatz führen sowie Druck und Stress mindern, da die Erkrankung nicht länger versteckt werden muss. Die Online-Hilfe biete eine anonyme Unterstützung und stelle für Betroffene nur eine geringe Schwelle dar, so Dr. Panter.

Wie funktioniert das Projekt?

„Wir arbeiten mit einer Mischung aus Erklärvideos und Fragen, die zum Nachdenken anregen sollen“, berichtet Professorin Dr. Mathilde Niehaus, Leiterin des Lehrstuhls für Arbeit und berufliche Rehabilitation der Universität zu Köln. So sollen chronisch Erkrankte darin unterstützen werden, für ihre individuelle Situation die bestmögliche Entscheidung zu treffen. „Und dabei bleibt natürlich alles anonym“, so die Professorin.

Keine Patentlösungen, sondern eine Entscheidungshilfe

Ziel des Projektes sei nicht, eine Patentlösung für diese Fragestellung zu liefern, sondern eine interaktive Reflexionshilfe anzubieten. Das so erworbene Feedback zur individuellen Situation könne dabei helfen, die möglichen Konsequenzen der Entscheidung besser einschätzen zu können.

Gleichberechtigung am Arbeitsplatz

„Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir uns weiter für eine gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit chronischen Erkrankungen im Arbeitsleben ein“, ergänzt Dr. Patrick Horber, Geschäftsführer von AbbVie Deutschland. Um das Online-Angebot zu einer sinnvollen Unterstützung zu machen, werden in den Entwicklungsprozess Betriebsärzte, Selbsthilfe-Organisationen, Betriebsräte und Schwerbehindertenvertretungen einbezogen.

Arbeitsklima spielt eine entscheidende Rolle

In einer Pilotstudie mit 250 Probandinnen und Probanden mit chronischen Erkrankungen konnten bereits erste Erkenntnisse zu wichtigen Rahmenbedingungen gewonnen werden. Dabei zeigte sich, dass insbesondere das Arbeitsklima eine Rolle dabei spielt, ob ein offener Umgang positive oder negative Konsequenzen nach sich zieht. „Die Vermutung, dass das Klima beziehungsweise die Kultur am Arbeitsplatz eine wichtige Rolle dafür spielen, ob ein offener Umgang positive Konsequenzen für die Betroffenen hat, wird durch die Studie empirisch bestätigt“, resümiert Dr. Martin Danner, Geschäftsführer der BAG Selbsthilfe.

Unterstützt vom Bundesministerium

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat ebenfalls einen Förderbescheid erteilt. Nun beginnt die 30-monatige Projektphase, in der die Online-Hilfe entstehen soll. (vb)

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Deshalb ist Lachs so gesund



Der Lachs ist mit rund drei Kilogramm pro Jahr der beliebteste Speisefisch der Deutschen. Völlig zurecht, denn er enthält nicht nur jede Menge gute Inhaltsstoffe, sondern ist außerdem eine gute Vorsorge gegen Herzinfarkt und Schlaganfall. Das gilt zwar für viele Fischsorten – aber keine ist so schmackhaft wie der rosafarbene König der Fjorde.
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Woher kommt die rosa Farbe?

Bei Wildlachs entsteht die Färbung durch die Ernährung der Fische von kleinen Krebsen und Garnelen. Die ernähren sich nämlich ihrerseits von Algen, welche das rote Pigment Astaxanthin enthalten. Beim Zuchtlachs werden Garnelenschrot, rote Trockenhefe und Algen extra für die Färbung zugefüttert. Auf die geschmackliche oder gesundheitliche Qualität haben diese Zutaten keinen Einfluss – aber das Auge isst schließlich mit.

Lachs ist weltweit der beliebteste Speisefisch. (Bild: gitusik/fotolia.com)

Die Fettsäuren

Von hohem gesundheitlichem Wert sind die im Lachs enthaltenen Inhaltsstoffe – insbesondere die langkettigen Omega-3-Fettsäuren wie Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Je nach Studie schwankt der Nutzen zwischen sehr gering und sehr deutlich. Insbesondere bei der Vorbeugung von Herzinfarkt und Schlaganfall scheint der Fisch aber seinem guten Ruf gerecht zu werden.

So erklärt Antje Gahl, Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), nach Auswertung von über 50 Studien zu dieser Thematik: „Diese Fettsäuren scheinen ungünstige Blutfette zu senken und günstige anzuheben, gegen zu hohen Blutdruck zu wirken, die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern und so das Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken.“

Empfehlung

Die DGE empfiehlt Menschen aller Altersgruppen, jede Woche ein- bis zweimal Fisch zu essen. Davon sollten etwa 70 Gramm Fettfisch wie Lachs, Hering oder Makrele ausmachen. Eine Ausnahme bilden Schwangere. Diese sollten Lachs – wie jeden anderen Fisch – nur gut durchgegart genießen und auf keinen Fall roh zu sich nehmen, da sonst Parasiten mit aufgenommen werden könnten.

Nährstoffbombe

Lachs enthält jede Menge Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, etwa Vitamin A, D, E sowie Kalzium, Magnesium, Jod, Fluor und Selen. Kohlenhydrate hat er keine, dafür aber viel Eiweiß und weit weniger Kalorien, als man es bei einem Fettfisch vermuten würde, nämlich gerade mal rund 130 Kilokalorien auf 100 Gramm. Sein Verzehr sättigt, macht aber nicht dick.

Zuchtlachs oder Wildlachs? Eine Überraschung

Die Diplom-Oekotrophologin Anje Gahl betont, dass die Qualität von Zuchtlachs mit der des Wildlachs absolut mithalten kann. Mehr noch: Zuchtlachs enthält sogar fünfmal so viele langkettige Omega-3-Fettsäuren, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest herausfand.

Zuchtlachs ist qualitativ genauso gut wie Wildlachs. (Bild: kranidi/fotolia.com)

Das liegt daran, dass sich die Lachse in freier Natur wesentlich mehr bewegen und oft hunderte von Kilometern zurücklegen, um an ihre Laichplätze zu kommen. Zuchtlachse dagegen setzen durch ihren geringeren Energieverbrauch mehr Fett an.

Mehr als 90 Prozent der von uns verzehrten Lachse stammen aus Aquafarmen. Der Riesenhunger nach dem Feinschmecker-Fisch ließe sich durch die ständig schrumpfenden Bestände an Wildlachs gar nicht stillen. Die meisten Lachse züchtet Norwegen. Etwa 400 Millionen Lachse schwimmen dort in Aquakulturen. Aber auch in Schottland, Irland, China und Chile werden sie im großen Stil gezüchtet.

Antibiotika im Zuchtlachs

Viele Konsumenten befürchten, dass die Schadstoff-Belastung bei Lachsen aus bis zu 100.000 Tiere umfassenden Wasserfarmen sehr groß sein könnte. Insbesondere giftige Metalle wie Quecksilber, Kadmium und Blei werden oft vermutet, da Kaltwasserfische häufiger mit diesen Rückständen aus der Industrie und dem Abfall belastet sind. Die Studie von Stiftung Warentest zeigt jedoch: In keiner der 30 Proben aus den Bereichen Frischware, Tiefkühl- und Räucherlachs traten nennenswerte Spuren der genannten Schadstoffe auf. Weder beim Zucht- noch beim Wildlachs.

Problematisch könnte der Zuchtlachs aber in Sachen Medikamentenbelastung sein. Denn in früheren Tests enthielt er häufig Rückstände von Antibiotika. Doch inzwischen werden Zuchtlachse sehr früh geimpft. Antibiotika kommt dagegen kaum noch zum Einsatz. Folgerichtig fand Stiftung Warentest auch bei den Fischen aus Aquakulturen keinerlei Antibiotika-Rückstände.

Pestizid im Lachsfutter

Anders ist das mit Ethoxyquin. Die Substanz wird dem meist pflanzlichen Fischfutter (vor allem Soja) als Konservierungsmittel zugesetzt. Ursprünglich wurde das Gift als Pflanzenschutzmittel eingesetzt und ist in diesem Zusammenhang als erbgut- und organschädigender Stoff in Europa inzwischen verboten. Im Tierfutter ist es aber noch erlaubt. Für Fleisch, Eier und Milch gibt es Höchstgrenzen – nicht jedoch für Fisch. Fünf der 30 von Stiftung Warentest untersuchten Zuchtlachs-Proben enthielten das Pflanzengift. Doch auch hier könnte es in Zukunft Verbesserungen geben: In EU-Zuchtfarmen ist der Zusatz dieses Pflanzenschutzes im Fischfutter nur noch bis 2020 erlaubt.

Bio-Lachs ist besser

Die Schadstoff-Belastung bei Lachs aus Bio-Kulturen ist viel geringer. Zwar stammt auch Bio-Lachs aus großen Zuchtanlagen, doch haben die Fische im Vergleich zu konventionellen Aquafischfarmen mehr Raum zur Verfügung. Außerdem ist der Einsatz von Chemie weitgehend untersagt. Für die Haltbarmachung des Futters (Bio-Getreide und Fischreste aus nachhaltigem Fischfang) kommt etwa nur Vitamin E in Frage, aber kein giftiges Pflanzenschuzmittel.

Die Lachslaus

Ein Problem teilen sich die Bio-Lachse aber mit allen anderen Zuchtlachsen: die Lachslaus. Der Parasit setzt sich am Fisch fest, saugt großflächig an ihm, macht ihn anfällig für viele Krankheiten und bedroht so viele Bestände. Die Züchter versuchen, der Laus mit Ultraschall, Putzerfischen oder Pflanzenextrakten beizukommen, um nicht zur chemischen Keule greifen zu müssen. Auch eine Tieferlegung der Kulturen wird versucht, weil die Lachslaus sich in Tiefen unter 25 Meter nicht wohlfühlt. All diese Maßnahmen könnten den beliebten Speisefisch in den nächsten Jahren verteuern und ihn vielleicht wieder zu dem machen, was er einmal war: eine teure Delikatesse und keine Massenware.

Wildlachs ist nicht die Lösung

Wer in Hinblick auf chemische Belastung und Parasitenbefall nun lieber zum Wildlachs greifen möchte, der irrt. Auch der wird mittlerweile nämlich von der Lachslaus befallen. Dazu gesellen sich bei den wilden Fischen noch Fadenwürmer, die sich nicht wie die Lachslaus an der Oberfläche aufhalten, sondern im Fleisch leben. Auch wenn Nematoden beim Tiefgefrieren (minus 20 Grad) sowie Garen (ab 70 Grad) absterben und ungefährlich für den Menschen sind: der Gedanke verdirbt einem einfach den Appetit!

Wildlachs ist nicht gesünder als Zuchtlachs. (Bild: Alexey/fotolia.com)

Die Güte-Siegel

Lachs aus Biokulturen scheint die beste und gesündeste Wahl zu sein. Aber welches Siegel hält, was es verspricht? Als besonders verlässlich haben sich hier Naturland und das norwegische Biosiegel Debio erwiesen. Doch auch Zuchtlachs aus konventioneller Aquakultur ist meist besser als sein Ruf, weil die Züchter sich wirklich bemühen, die Bedingungen für die Lachse immer weiter zu verbessern.

Eine Entscheidungshilfe liefern die Fischsiegel. Bei Zucht- und Wildlachs empfiehlt sich beispielsweise Ware mit dem ASC-Siegel (Aquaculture Stewardship Council), das für nachhaltige Fischerei und verantwortungsvolle Aquakultur steht. Das früher angesehene MSC-Siegel (Marine Stewardship Council) geriet hingegen in Kritik, weil manche der MSC-Fischereien scheinbar überfischen und Grundschleppnetze einsetzen, die Flora und Fauna des Meeresbodens zerstören. Das berichtete beispielsweise die ARD in „Story im Ersten: Das Geschäft mit dem Fischsiegel – Die dunkle Seite des MSC“.

Tiefgekühlt oder frisch?

Gesundheit und Qualität sind das A und O. Aber wie sieht es beim Geschmack und der Kühlung aus? Hier schwören einige Gourmets auf Frischware, andere finden Tiefkühl-Lachs mindestens genauso gut. Bei den Nährstoffen ist die tiefgekühlte Ware sogar vorn. Denn die Tiere werden meist bereits beim Fang oder am Ufer schockgefroren, wodurch die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Beim Geschmack ist allerdings der frische Fisch vorn: bei allen Proben, die bei Stiftung Warentest geschmacklich mit „sehr gut“ abschnitten, handelte es sich um frische Zuchtlachsfilets.
Übrigens sind die unbehandelten Lachsfilets besonders förderlich für die Gesundheit. Räucherlachs, gebeizter oder Stremellachs sollten dagegen nicht zu häufig konsumiert werden, da sie viel Salz und im Rauch enthaltene Stoffe wie Benzpyren oder Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) enthalten. Diese stehen im Verdacht, Krebs zu begünstigen.

Frischware oder Tiefkühl-Lachs? Geschmackssache! (Bild: safrana/fotolia.com)

Genlachs

Weil die Nachfrage wächst könnte es in Zukunft sogar noch weitere Auswahlmöglichkeiten geben: In Kanada kam vor kurzem genmanipulierter Lachs auf den Markt. Dabei wurde Zuchtlachs mit den Genen von Königslachs und Schellfisch verbessert. Im Ergebnis wächst er wesentlich schneller und wird deutlich größer als die bis jetzt bekannten Arten. Außerdem laufen Tests mit transgenem Fisch. Dabei erhält der Lachs Futter aus genetisch modifiziertem Getreide, wodurch sich die Bildung von Omega-3-Fettsäuren steigern lässt. Ob diese Neuzüchtungen auch in Deutschland auf den Markt kommen und sich durchsetzen werden, bleibt angesichts der deutlich kritischeren Haltung zur Gentechnik jedoch eher zweifelhaft.

Fazit

Wer auf Güte-Siegel achtet, kann den Fisch mit gutem Gewissen genießen. Die Belastung mit Schadstoffen ist gering und meist kleiner als bei anderen vergleichbaren Speisefischen. Dabei kann der Verbraucher zwischen Bio-Lachs, Wildlachs oder Zuchtlachs aus konventionellen Aquafarmen wählen. All diese Sorten sind voll guter Inhaltsstoffe und für eine gesunde Ernährung sehr wertvoll. (fs)

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Ernährungswissenschaftlerin: Kokosöl ist Gift für unseren Körper und kein Superfood!


Ist das als Superfood gehandelte Kokosfett stark gesundheitsgefährdend?

„Kokosöl ist einer der schlimmsten Sachen, die man überhaupt essen kann!“ Als Professorin Dr. Dr. Karin Michels in ihrem Vortag diesen Satz sagt, geht ein Raunen durch die Menge. Die Ernährungsexpertin möchte über das als Superfood vermarktete Kokosfett aufklären. Es sei das reine Gift, urteilt sie über das beliebte Öl.
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Professorin Dr. Dr. Karin Michels ist Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie des Universitätsklinikums Freiburg. In einer öffentlichen Vortragsreihe zum Thema „Prävention – für ein gesundes Leben“ nahm die Expertin Stellung zu dem angeblichen Allheilmittel Kokosöl. Ihr Vortrag wurde über YouTube veröffentlicht und hatte innerhalb kürzester Zeit über 700.000 Zuschauer.

Kokosfett wird in vielen Läden als sehr gesund vermarktet. Professorin Dr. Dr. Karin Michels betitelt das Öl dagegen als reines Gift. Es trage maßgeblich zu einer Verstopfung der Herzkrankzgefäße bei. (Bild: Picture Partners/fotolia.com)

Mythos Kokosöl

Wie Michels berichtet, zeichnet insbesondere die Werbung ein sehr positives Bild über Kokosfett. Zu den gängigen Behauptungen gehöre, es mache aufgrund der enthaltenen Laurinsäure weniger dick, enthalte besonders viel gesunde mittelkettige Fettsäuren und es habe eine antimikrobielle Wirksamkeit. Ist Kokosöl tatsächlich die gesündere Alternative? Laut Professorin Michels ist kein einziger positiver Aspekt des Kokosöls durch eine Studie an Menschen belegt.

Schlimmer als Schweineschmalz

„Kokosöl ist das reine Gift“, so das Urteil der Direktorin. Es sei sogar schlimmer als Schweineschmalz. Wie die Ernährungswissenschaftlerin erläutert, gehört Kokosfett zu den gesättigten Fetten und teilt sich dort den Platz mit Butter, Schmalz und Palmfett. Diese Fette seien maßgeblich daran beteiligt, dass die Herzkranzgefäße verstopfen und so das Risiko steigt, eine Herzkrankheit zu entwickeln und einen verfrühten Herztod zu erleiden.

Gehärtete Fette vermeiden

Unter anderem erkenne man gehärtete Fette daran, dass sie bei Raumtemperatur fest werden. Solche Fette sollten möglichst gemieden werden, rät Michels. Schlimmer seien nur noch die Transfette, die künstlich gehärtet sind, um viele industriell hergestellten Produkte knuspriger zu machen.

Welches Öl sollte man verwenden?

Professorin Michels empfiehlt, zum Erhitzen oder Braten einfach ungesättigte Fettsäuren zu verwenden. Herkömmliches Olivenöl und Rapsöl seien für diesen Zweck sehr gut geeignet. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sollten dagegen nicht stark erhitzt werden, da hierdurch die Vorteile dieser Öle verloren gehen.

Diese Öle sind sehr gesund

Des Weiteren rät die Ernährungsexpertin zu mehrfach ungesättigten Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren. Insbesondere die Omega 3 Fettsäuren, die beispielsweise in Leinöl und Fischöl enthalten sind, seien sehr gut für die Gesundheit. Auch wenn der Mensch sowohl Omega 3 als auch Omega 6 Fettsäuren braucht, sollte man immer mehr Omega 3 Fettsäuren zu sich nehmen, so Michels.

Den Nerv getroffen

„Wir freuen uns, dass wir Dank der sozialen Medien den Inhalt einer öffentlichen Veranstaltung so vielen Menschen zugänglich machen können“, berichtet Benjamin Waschow, Leiter der Unternehmenskommunikation des Universitätsklinikums Freiburg in einer Pressemitteilung zu dem vielfach angesehenen Vortrag. „Wir haben mit dem Thema wohl einen Nerv getroffen.“ Die Universität nehme es als Bereicherung wahr, dass das Thema weiterhin kontrovers diskutiert werde. Wie die Universität berichtet, wurde nach der Veröffentlichung eine regelrechte E-Mailflut ausgelöst. (vb)

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Bedenklicher Anstieg: Bereits über 41.000 Menschen an Masern erkrankt


Masernepidemie in Europa – Schon 37 Todesfälle

Über 41.000 Kinder und Erwachsene in Europa erkrankten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 an Masern. Dies geht aus einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation WHO hervor. Damit würden die Halbjahreswerte jetzt schon doppelt so hoch liegen, wie die Ganzjahreswerte der vergangenen Jahre. Bereits 37 Menschen seien an den Folgen der Infektionskrankheit gestorben.
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„Nach der niedrigen Anzahl der Masern-Fälle im Jahr 2016 erleben wir einen dramatischen Anstieg von Infektionen mit ausgedehnten Ausbrüchen“, berichtet Dr. Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa, in einer Stellungnahme zu Infektionsgeschehen. Die Krankheitsfälle seien in dem ersten Halbjahr 2018 außergewöhnlich hoch. Laut WHO gab es im Vergleich 2017 nur 23.927 Masern-Fälle im gesamten Jahr, im Jahr 2016 sogar nur 5.273 Erkrankungen.

Die WHO berichtet über ein besonders starkes Vorkommen der Masern in der ersten Hälfte des Jahres 2018. Schon jetzt seien in Europa doppelt so viele Fälle gemeldet worden, wie in den Jahren zuvor. (Bild: Photozi/fotolia.com)

WHO fordert ein schnelles Handeln

„Wir fordern alle Länder auf, unverzüglich umfassende und angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung dieser Krankheit zu stoppen“, fordert die Regionaldirektorin. Gute Gesundheit für alle beginne mit der Impfung.

Sieben Länder erwischte es besonders hart

In sieben europäischen Ländern wüteten die Masern besonders stark, darunter Frankreich, Georgien, Griechenland, Italien, Russland, Serbien und die Ukraine. Hier wurden laut dem WHO-Bericht mehr als 1.000 Infektionen pro Land gemeldet. Insbesondere in der Ukraine ist die Situation brisant – mit 23.000 gemeldeten Fällen stellt das Land mehr als die Hälfte aller Erkrankungen. Die meisten Todesfälle gab es mit 14 Opfern in Serbien.

Geringe Impfraten in Europa

Die Europäische Regionale Verifizierungskommission für Masern und Röteln (RVC) veröffentlichte kürzlich eine Bewertung der endemischen Ausbreitung von Masern. Die RVC kritisiert, dass in einigen europäischen Ländern eine unzureichende Überwachung von Masern stattfinde. Des Weiteren sei die Durchimpfungsrate zum Teil gering.

Rückschläge in der Masern-Bekämpfung

„Dieser partielle Rückschlag zeigt, dass jede Person, die nicht immun ist, verletzlich ist“, kommentiert Dr. Nedret Emiroglu, Direktor der Abteilung für Gesundheitsnotfälle beim WHO-Regionalbüro für Europa. Jedes Land müsse darauf drängen, die Deckung der Impfung zu vergrößern und Immunitätslücken zu schließen.

Masern sind außergewöhnlich ansteckend

„Das Masernvirus ist außergewöhnlich ansteckend und verbreitet sich leicht bei anfälligen Individuen“, erläutern die WHO-Experten. Um Ausbrüche zu vermeiden werde eine 95-prozentige Impfdeckung in jeder Gemeinde benötigt. Laut WHO herrschen große Unterschiede innerhalb Europas bezüglich der Durchimpfungsrate. Während in einigen Regionen die 95 Prozent Rate erreicht wurde, kamen andere Regionen nicht mal auf 70 Prozent.

Einige Regionen sind immer noch sehr verletzlich

„Wir müssen unsere bisherigen Errungenschaften feiern, ohne dabei diejenigen aus den Augen zu verlieren, die immer noch verletzlich sind“, resümiert Dr. Jakab. Einige Regionen würden dringend die anhaltende Aufmerksamkeit der WHO erfordern.

Masern können gestoppt werden

„Wir können diese tödliche Krankheit stoppen“, so Jakab. Dies könne aber nur gelingen, wenn jeder seinen Teil dazu beitrage. Sein Kind und sich selbst zu impfen und andere an die Impfung zu erinnern, könne dazu beitragen, Leben zu retten. (vb)

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Eine Low-Carb-Diät senkt laut Forschung die Lebenserwartung


Wie wirkt sich die Low-Carb Ernährung auf die Lebenserwartung aus?

Eine sogenannte Low-Carb-Diät wurde in den letzten Jahren von vielen Menschen genutzt, um an Gewicht abzunehmen und ein gesundes Körpergewicht zu erreichen. Forscher fanden jetzt heraus, dass eine Low-Carb Ernährung die Lebenserwartung um bis zu vier Jahre verkürzen kann.
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Die Wissenschaftler des Brigham and Women’s Hospital in Boston stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine Low-Carb Ernährung die Lebenserwartung deutlich verkürzen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „The Lancet Public Health“.

Eine Low-Carb Ernährung ersetzt Kohlenhydrate häufig durch mehr Fleisch. Menschen sollten aber besser versuchen die Kohlenhydrate durch pflanzliche Quellen zu ersetzen. (Bild: lieselfuchs/fotolia.com)

Studie hatte 15.400 Probanden

Low-Carb-Diäten sind für eine Gewichtsabnahme in der letzten Zeit immer populärer geworden. Eine moderate Senkung des Verbrauchs der Kohlenhydrate oder der Wechsel von Fleisch zu pflanzlichen Proteinen und Fetten scheint allerdings gesünder zu sein, als eine Low-Carb-Diät, stellte die aktuelle US-Studie fest. 15.400 Teilnehmende füllten Fragebögen über die von ihnen konsumierten Nahrungsmittel und Getränke sowie Portionsgrößen aus. Die Wissenschaftler schätzten dann den Anteil an Kalorien ein, welchen die Teilnehmer aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen zu sich genommen haben.

Was waren die Quellen für die Kohlenhydrate?

Die Forscher stellten fest, dass diejenigen, die 50 bis 55 Prozent ihrer Energie aus Kohlehydraten bezogen (moderate Einnahme), ein geringfügig geringeres Todesrisiko hatten als Teilnehmende aus Gruppen, welche nur sehr wenig Kohlenhydrate oder viele Kohlenhydrate zu sich nahmen. Die Probanden bezogen ihre Kohlenhydrate aus Gemüse, Obst und Zucker, aber die Hauptquelle waren stärkehaltige Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Brot, Reis, Nudeln und Getreide.

Wie wirkt sich ein moderater Konsum von Kohlenhydraten aus?

Die Forscher schätzten, dass ab dem Alter von 50 Jahren die Pobanden der Gruppe mit moderate Kohlenhydrataufnahme im Durchschnitt für weitere 33 Jahre leben würde. Dies waren vier Jahre mehr als bei als bei Menschen, die 30 Prozent oder weniger ihrer Energie aus Kohlenhydraten bezogen. Sie lebten auch zwei bis drei Jahre länger, als die Teilnehmenden, welche 30 bis 40 Prozent ihrer Nahrungszufuhr in Form von Kohlenhydraten zu sich nahmen und 1,1 Jahre länger als diejenigen mit 65 Prozent oder mehr Kohlenhydraten.

Kohlenhydrate durch pflanzliche Proteine und Fette ersetzen

Die Wissenschaftler verglichen dann eine kohlenhydratarme Ernährung, die reich an tierischen Proteinen und Fetten waren, mit eine Ernährung, welche viel pflanzliches Protein und Fett enthielt. Sie fanden heraus, dass der Verzehr von mehr Rindfleisch, Lamm, Schwein, Huhn und Käse anstelle von Kohlenhydraten mit einem leicht erhöhten Sterberisiko verbunden war. Der Ersatz von Kohlenhydraten durch mehr pflanzliche Proteine und Fette, wie beispielsweise Hülsenfrüchte und Nüsse, reduziert das Mortalitätsrisiko leicht.

Low-Carb-Diäten, welche Kohlenhydrate durch Protein oder Fett ersetzen, gewinnen immer weiter an Popularität, erläutert Dr. Studienautorin Dr. Sara Seidelmann vom Brigham and Women’s Hospital in Boston. Die Daten deuten jedoch darauf hin, dass eine tierbasierte kohlenhydratarme Ernährung, mit einer kürzeren Gesamtlebensdauer assoziiert ist. Daher sollte davon abgeraten werden, betont die Expertin. Der Austausch von Kohlenhydraten gegen mehr pflanzliche Fette und Proteine fördere hingegen das gesunde Altern auf lange Sicht.

Kohlenhydratreiche Ernährung nach westlichem Vorbild ist ungesund

Die Autoren gehen davon aus, dass die kohlenhydratreiche Ernährung nach westlichem Vorbild häufig zu einer geringeren Aufnahme von Gemüse, Obst und Getreide führt und auch einen höheren Verbrauch an tierischen Proteinen und Fetten umfasst, welcher mit Entzündungen und Alterungsprozessen im Körper in Verbindung gebracht wird.

Es ist wichtig zu beachten, woher unsere Nährstoffe stammen

Eine wirklich wichtige Botschaft dieser Studie ist, dass es nicht ausreicht, sich auf die Nährstoffe zu konzentrieren, sondern es muss auch berücksichtigt werden, ob sie aus tierischen oder pflanzlichen Quellen stammen. Wenn die Kohlenhydratzufuhr in der Nahrung reduziert und durch pflanzliche Fett- und Proteinnahrungsquellen ersetzt wird, führt dies zu gesundheitlichen Vorteilen. Diese Vorteile sind allerdings nicht zu beobachten, wenn sie durch Quellen tierischen Ursprungs wie Fleisch ersetzt werden. (as)

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