Neue Therapie bietet Hoffnung bei Hautkrebs



Forscher testen erfolgreich neue Methode zur Erkennung von Metastasen
Der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) gilt als besonders bösartig, denn er streut schon früh in die Blut- und Lymphbahnen und entwickelt auf diesem Wege schnell Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen des Körpers. Um den Krebs bestmöglich behandeln zu können, ist dementsprechend eine frühe Diagnose besonders wichtig. Forscher des Universitätsklinikums Essen haben eine neue, vielversprechende Technik untersucht, welche zukünftig einen Großteil der Operationen ersetzen könnte. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie nun im Fachmagazin „Science Translational Medicine„.
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Bösartigste Form von Hautkrebs
Bei dem malignen Melanom der Haut – auch schwarzer Hautkrebs – genannt, handelt es sich um die bösartigste Form von Hautkrebs. Denn die Krebsform geht zwar von der Haut aus, doch von dort streuen Krebszellen schon in einem frühen Stadium in die Blut- und Lymphbahnen. So können sie sich im ganzen Körper verbreiten und in den Lymphknoten oder anderen Organen (z.B. Lunge, Knochen, Gehirn) Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden. Um den Krankheitsverlauf prognostizieren zu können, müssen Mediziner daher vor allem klären, ob der Tumor schon Metastasen gebildet hat. Denn ist dies der Fall, sinkt die Chance auf eine Heilung deutlich.

Neue Hoffnung bei Hautkrebs. Bild: Peter Hermes Furian - fotolia
Neue Hoffnung bei Hautkrebs. Bild: Peter Hermes Furian – fotolia

Die Metastasen bilden sich im Regelfall zu Beginn in den erstgelegenen Lymphknoten im Abflussgebiet der betroffenen Hautregion. Um die Verschleppung von Tumorzellen in den Lymphfluss nachzuweisen, wird den Patienten bislang ein Eiweißstoff mit radioaktivem Technetium in den Tumorbereich gespritzt, welcher sich in dem so genannten „Schildwächter-Lymphknoten“ (auch „Sentinel Lymph Node“, kurz: SLN) anreichert. Anschließend wird dieser Knoten operativ entfernt und weiter untersucht. Doch dieses Vorgehen ist sehr aufwendig und gilt als nicht besonders zuverlässig, denn ein hoher Anteil der untersuchten Wächterlymphknoten erhält fälschlicherweise einen unauffälligen Befund.

Neues Verfahren könnte Operation ersetzen
Nun könnte es jedoch einen neuen, viel versprechenden Ansatz für die Behandlung der aggressiven Krebsform geben. Denn möglicherweise könnte durch ein innovatives bildgebendes Verfahren zukünftig die Entfernung von Lymphknoten vermieden werden. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Universitätsklinikums Essen hervor. Demnach könne die so genannte „multispektrale optoakustische Tomografie“ (MSOT) Aufschluss darüber geben, ob der Tumor schon in die Lymphknoten gestreut hat oder nicht.

Wie die Forscher um Ingo Stoffels und Joachim Klode vom Universitätsklinikum Essen gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ berichten, könne das neue Verfahren sehr bedeutsam für die Prognose des Krankheitsverlaufes sein. Ihre Untersuchung habe ergeben, dass die MSOT alle befallenen Lymphknoten erkannt und dementsprechend wesentlich sensibler reagiert habe als bisherige Techniken. Anders als beim bisherigen Einsatz des radioaktivem Technetiums werde bei der neuen Methode das Gewebe mit Laserblitzen bestrahlt, erläutern die Forscher. Sobald diese auf das im Melanom enthaltene Farbpigment Melanin treffen, leuchte der Tumor auf, zudem würde sich durch die entstehende Wärme der Bereich um die betroffene Stelle ausdehnen. Die dabei entstehende Druckwelle könne schließlich mittels eines Ultraschallmikrofons registriert werden, so die Wissenschaftler weiter.

MSOT erzielt deutlich genauere Ergebnisse
Das Team um Ingo Stoffels und Joachim Klode hatte sowohl die alte als auch die neue Technik zunächst an 506 entnommenen Lymphknoten von 214 Melanom-Patienten überprüft und erkannt, dass die MSOT deutlich genauere Ergebnisse erzielte. Denn während mit der herkömmlichen Methode nur bei 14,2 Prozent der Proben Metastasen gefunden wurden, kamen sie mit dem neuen Verfahren auf 22,9 Prozent. Anschließend setzten die Forscher die MSOT bei 20 Patienten mit schwarzem Hautkrebs ein, denen noch keine Lymphknoten entnommen worden waren. Es zeigte sich, dass die neue Technik alle vorhandenen Lymphknoten-Metastasen entdeckte und in den meisten Fällen einen unauffälligen Befund diagnostizierte.
Damit belege die Studie den Wissenschaftlern nach zum ersten Mal deutlich, dass das neue Verfahren eine Ergänzung oder sogar Verbesserung der heutigen diagnostischen Möglichkeiten darstelle – was unter Umständen auch für andere Hautkrebsarten oder beispielsweise Brustkrebs gelten könne. „Wenn ein nicht invasiver Ansatz zuverlässig Metastasen der Schildwächter ausschließen könnte, könnte man fast 80 Prozent der Patienten diese Operation ersparen“, so die Forscher.

Alltagstauglichkeit muss in weiteren Studien erprobt werden

Doch ganz frei von Fehlern ist auch die neue Methode nicht. Denn die MSOT könne auch Fehlalarme auslösen, etwa durch Reste kleiner Blutungen oder Pigmente aus Tätowierungen. Nichts desto trotz stelle die Technik eine wertvolle Hilfe bei der Diagnose dar, mittels derer Metastasen zuverlässig entdeckt bzw. ausgeschlossen werden könnten, resümieren die Autoren. Auch Stefan Delorme vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg stuft die Studie der Essener Kollegen als sehr sorgfältig und aufwändig durchgeführt ein.

Die innovative Kombination aus Ultraschall und molekularer Bildtechnik sei demnach den bisherigen Methoden möglicherweise überlegen – doch ob das Verfahren im Alltag tatsächlich zuverlässig arbeite, müssten nun weitere Untersuchungen klären. „Wenn sich das bewahrheitet, würde dies eine enorme Entlastung für die Patienten bedeuten“, sagte Delorme gegenüber der Nachrichtenagentur. Laut den Essener Medizinern sei der nächste Schritt bereits in Arbeit: „Wir planen eine prospektive Multicenter-Studie, die diese Resultate an einer größeren Patientenzahl bestätigen soll.“

Mehr als 18.000 Neuerkrankungen im Jahr
Der Schwarze Hautkrebs stellt weltweit den Tumor mit der am schnellsten zunehmenden Häufigkeit dar. Allein hierzulande erkranken laut der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. jedes Jahr mehr als 18.000 Menschen daran, hinzu kommen etwa weitere 9000 Fälle, in denen eine Frühform des Melanoms festgestellt wird. Insgesamt sind Männer und Frauen gleich oft betroffen. Während sich der schwarze Hautkrebs bei Männern am häufigsten am Rücken entwickelt, tritt er bei Frauen besonders häufig an den Unterschenkeln auf.

Hat das Melanom bereits Metastasen gebildet, zählt es zu den am schwierigsten zu behandelnden Tumoren. Wird es nicht rechtzeitig erkannt, führt es sehr häufig zum Tod. Dementsprechend ist es generell empfehlenswert, die Möglichkeit der Hautkrebs-Früherkennung („Hautkrebs-Screening“) zu nutzen, auf die jeder ab 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch hat. Menschen mit erhöhtem Risiko (z.B. durch helle Haut, familiäre Vorbelastung oder große angeborene Leberflecke) sollten sich vorsichtshalber sogar jedes Jahr untersuchen lassen. (nr)
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Zwillinge sollten auch Kontakt zu anderen Kindern haben



Eng verbundene Pärchen ruhig auch mal trennen
Zwillinge haben meist eine besonders enge Verbundenheit. Oft erlebt man gerade jüngere Zwillingspärchen, die von Kopf bis Fuß gleich gekleidet sind und keinen Schritt ohne den anderen machen. Diese Unzertrennlichkeit stellt Zwillings-Eltern oft vor ein Problem, denn wenn z.B. nur ein Kind krank ist, möchte das andere auch nicht in die Schule gehen. Um Zwillingen eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen, sollten Eltern daher auf den Kontakt zu anderen Kindern achten und das Pärchen hin und wieder für kurze Zeit „trennen“.
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Eltern stehen oft vor Herausforderungen
Sie gleichen sich wie ein Ei dem anderen: Zwillinge haben meist eine sehr enge Beziehung zueinander und sind unzertrennlich. Gerade wenn die Kinder noch kleiner sind, wird häufig auf identische Kleidung und gleiches Spielzeug geachtet und jeder Schritt wird möglichst gemeinsam gemacht. Eine echte Herausforderung für viele Eltern, denn hat der eine Zwilling z.B. Bauchschmerzen, will der andere oft auch nicht zum Turnen.

Zwillinge auch mal mit anderen Kindern einzeln in Kontakt bringen. Bild: konradbak - fotolia
Zwillinge auch mal mit anderen Kindern einzeln in Kontakt bringen. Bild: konradbak – fotolia

Getrennte Gruppen sind nicht immer sinnvoll
Besonders schwierig wird es in vielen Fällen, wenn es um die Frage geht, „Sollen die Kinder in der Kita oder Grundschule getrennt werden?“ Gerade in der Kita sei dies jedoch nicht unbedingt die beste Lösung, so Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“. Auch andere Experten gehen davon aus, dass das „Auseinanderreißen“ nicht in jedem Fall gut für die Kinder ist, denn durch die Trennung kann ihnen auch die gewohnte Sicherheit genommen werden.

Spätestens zum Ende der Grundschulzeit hin sollte laut Ritzer-Sachs aber genau überlegt werden, ob die Kinder weiterhin im „Doppelpack“ auftreten sollen oder besser getrennt weiter lernen. „Zwillinge sind eine Macht in der Klasse“, meint der Experte. Eltern sollten daher mit den Kindern gemeinsam darüber nachdenken, ob dies förderlich wäre oder ob es ihnen nicht besser täte, dass sie auch als Einzelperson wahrgenommen werden und die Dinge mal allein in die Hand nehmen.

Kinder auch mal stundenweise trennen
Wichtig sei es generell, darauf zu achten, dass die Zwillinge jeweils auch Kontakt zu anderen Kindern haben, rät Ritzer-Sachs. Zudem sei es empfehlenswert, dass die beiden auch mal für kurze Zeiträume getrennt werden, indem z.B. ein Kind mit dem Vater einkaufen geht und das andere mit der Mutter zu Hause bleibt. „Man wird unterschiedlichen Neigungen gerecht, wenn man auch mal was mit einem allein macht“, sagt Ritzer-Sachs. Wenn es hier zuerst Protest gibt, sollten Eltern sich nicht verunsichern lassen, denn in der Regel sei die Trennung für die Kinder schon nach kurzer Zeit in Ordnung. (nr)
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Wissenschaftler: Popcorn-Lunge durch gefährliche Chemikalien in E-Zigaretten



Viele Menschen, die das Rauchen aufgeben möchten, erhoffen sich durch die so genannten „E-Zigaretten“ eine wirksame Unterstützung. Doch Experten betonen schon länger, dass der elektronische Glimmstengel keine gesunde Alternative zum Rauchen darstellt. Nun berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin „Environmental Health Perspectives“, dass elektrische Zigaretten offenbar sogar noch gefährlicher sind als bislang angenommen. Denn sie enthalten eine bestimmte Chemikalie, durch die es zu einer so genannten „Popcorn-Lunge“ kommen kann.
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Vermeintlich sinnvolle Hilfe bei der Rauchentwöhnung
Seit einigen Jahren erfährt die elektrische Zigarette (E-Zigarette) eine zunehmende Aufmerksamkeit und wird von vielen aufhörwilligen Rauchern als Hilfsmittel bei der Rauchentwöhnung genutzt. Denn die E-Zigarette enthält zwar Nikotin, aber keine Teer- und Tabakbestandteile und gilt daher als weniger gesundheitsschädlich als die herkömmliche „Kippe“. Das sehen viele Gesundheitsexperten jedoch anders und warnen stattdessen vor den gesundheitlichen Risiken.

Popcorn-Lunge durch E-Zigaretten? Bild: Nonwarit - fotolia
Popcorn-Lunge durch E-Zigaretten? Bild: Nonwarit – fotolia

Zwar seien laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen noch unbekannt, kurzfristige schädliche Effekte auf die Atmungsorgane würden jedoch bereits nach wenigen Zügen an der E-Zigarette erkennbar werden. Hierzu zählen demnach unter anderem trockener Husten, ausgeprägte Atemwegseinengungen und Reizungen in Rachen und Mundraum. Zudem mache das in den meisten Liquids enthaltene Nikotin schnell abhängig und erhöhe bei langfristigem Gebrauch das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

7.000 verschiedene E-Zigaretten und Liquids auf dem Markt
Doch das ist offenbar nicht alles. Denn laut einer Studie der amerikanischen Harvard T.H. Chan School of Public Health kann das Rauchen von E-Zigaretten offenbar noch viel gefährlicher sein als bisher vermutet. Wie die School of Public Health berichtet, hatte das Team um Joseph Allen für ihr Projekt 51 verschiedene E-Zigaretten und nachfüllbare Flüssigkeiten („Liquids“) in verschiedenen Geschmacksrichtungen untersucht – ausgewählt aus über 7.000 Produkten, die den Angaben zufolge derzeit auf dem Markt sind. Dabei kamen sie zu einem erschreckenden Ergebnis, denn mehr als 75 Prozent der Liqiud-Proben enthielten die Chemikalie Diacetyl.

Charakteristisch für Diacetyl ist ein ausgeprägter Geschmack und Geruch nach Butter, daher ist es auch Bestandteil des natürlichen Butteraromas und wird zudem bei der Herstellung von Mikrowellen-Popcorn eingesetzt. Wird die Chemikalie eingeatmet, kann sie jedoch zu schwerwiegenden chronischen Lungenerkrankung Bronchiolitis obliterans führen, so die Mitteilung. Vor allem Arbeiter in Popcorn-Fabriken seien von der Problematik betroffen, weshalb das Krankheitsbild auch als „Popcorn-Lunge“ bezeichnet werde.

Weitere gefährliche Stoffe entdeckt
Neben dem entdeckten die Wissenschaftler noch zwei weitere gefährliche Stoffe in den Liquids der E-Zigaretten. Demnach enthielten von den getesteten 51 Flüssigkeiten 46 Proben Aceton, welches z.B. reizend auf die Atemwege wirkt. In 23 Liquids konnte Acetylpropionyl (Pentandion) nachgewiesen werden, ein Stoff, der unter anderem das Gewebe schädigen kann.

„Bislang wurde sich bei den gesundheitlichen Bedenken im Zusammenhang mit e-Zigaretten meist auf das Nikotin konzentriert, doch da ist noch sehr viel mehr, was wir nicht über die Zigaretten wissen. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Mengen des Suchtmittels Nikotin enthalten sie auch andere krebserregende Chemikalien wie Formaldehyd. Und wie unsere Studie zeigt, Aromachemikalien, die Lungenschäden verursachen können „, sagte Studie Co-Autor David Christiani. (nr)
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Lebensforschung: Menschen können über 200 Jahre alt werden



„In Zukunft können wir 200 Jahre alt werden“
Die Lebenserwartung der Menschen steigt immer rasanter an. Einige Forscher gehen davon aus, dass wir Menschen in naher Zukunft 200 Jahre alt werden können. Zu ihnen gehört Professor Björn Schumacher (40). Er arbeitet als Molekularbiologe und Alternsforscher an der Universität Köln. Er gilt als einer der renommiertesten Wissenschaftler dieser vergleichsweise neuen Disziplin weltweit und hat gerade das Buch „Das Geheimnis des menschlichen Alterns“ veröffentlicht. Wir haben zu diesem Thema ein interessantes Interview geführt.
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Herr Schumacher, die Menschen werden immer älter, unsere Lebenserwartung steigt kontinuierlich. Wie lange kann das biologisch gesehen noch so weitergehen?
Unsere Lebenserwartung steigt jedes Jahr um drei Monate. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. Es gibt aus heutiger Sicht keinen Grund von einem Limit der Lebenserwartung auszugehen. Die älteste Frau, die Französin Jeanne Calment, hat es bereits auf 122 Jahre gebracht. Wer heute geboren wird, hat sehr, sehr gute Aussichten 100 Jahre alt zu werden. Und eines Tages könnten wir vielleicht auch die 200 Jahre erreichen.

Prof. Björn Schumacher
Prof. Björn Schumacher

Der medizinische Fortschritt ist ein wichtiger Faktor für unser langes Leben. Arbeiten Sie an einem alten Menschheitstraum, dem Jungbrunnen?
Es wir vermutlich keine magische Pille geben, sondern eine Kombination verschiedener Therapien. Die Molekularbiologie hat in den letzten zwanzig Jahren riesige Fortschritte erzielt: Wir können mittlerweile genau sagen, welche Gene unsere Lebensdauer begrenzen. Wir zeigen ganz exakt, dass die Fehlfunktion eines einzigen Proteins eine altersbedingte Krankheit wie Alzheimer auslöst. Das ist ein guter Anfang.

Wie kann ich mir das vorstellen: Ist das Ziel eine biologische Waffe, die Krebs, Alzheimer und andere Krankheiten gleichermaßen bekämpft?
Altersbedingte Erkrankungen müssen wir systematisch verhindern – und dazu müssen wir beim Alterungsprozess selbst ansetzen. Wenn wir morgen die magische Therapie für alle Krebsarten hätten, würde sich die durchschnittliche Lebenserwartung gerade mal um drei Jahre erhöhen. Weil dann schon die nächste Erkrankung nur darauf wartet, auf den Plan zu kommen.

Wie wollen Sie diese Therapien gegen das Altern entwickeln?
Wir untersuchen das Altern in verschiedenen Tiermodellen. Fadenwürmer spielen da eine ganz besondere Rolle, aber auch bei Mäusen ist es schon gelungen, die gesunde Lebensspanne deutlich zu verlängern. Beim Menschen zeigt die weltweit zunehmende Zahl der 100-Jährigen, dass es möglich ist gesund zu altern. Denn viele von denen sind frei von den altersassoziierten Krankheiten. Wir schauen, wie genau das funktioniert, um daraus Therapien zu entwickeln.

Laut aktuellen Studien unterschätzen Männer und Frauen Ihre Lebenserwartung um sieben Jahre. Wie kommt das?
Das hängt zum einen mit unserer Kurzsichtigkeit bei der eigenen Lebensplanung zusammen. Junge Leute sagen oft, sie wollen gar nicht 80 Jahre werden, aber kein 79-Jähriger will nächstes Jahr sterben. Zum anderen sind wir eigentlich nicht dafür gemacht so alt zu werden: Erst in den letzten 200 Jahren hat sich die Lebenserwartung verdoppelt. Wir sind von der Evolutionsgeschichte her dafür ausgelegt bis Mitte 30, Mitte 40 gut durchzuhalten. Unsere Selbstwahrnehmung hängt angesichts der aktuellen und künftigen Lebenserwartung einfach noch hinterher.

Die Menschen werden ja nicht nur älter, sie altern auch anders.
Ja, das ist die gute Nachricht: Die heute 60-Jährigen sind wesentlich fitter als noch die 60-Jährigen vor 40, 50 Jahren. Nicht nur die Lebensspanne, auch die Gesundheitsspanne hat sich deutlich verlängert. Unser Ziel als Forscher ist es, die gesunde Lebensphase stark zu verlängern. Wir wollen die Jahre mit Leben füllen und nicht nur das Leben um Jahre anfüllen.

Wie verändert die Menschen ein immer längeres Leben?
Die Aktivität und Selbstverwirklichung der alten Menschen heutzutage ist etwas Neues. Wir können weit über den Eintritt ins Rentenalter hinaus planen. Diese Zeit müssen wir umgekehrt aber auch planen. Denn das Ausscheiden aus der Arbeitswelt, das immer früher passiert in Bezug auf das Gesamtleben, bringt auch Probleme mit sich. Wir müssen uns darauf einstellen, die sozialen Kontakte aus dem Arbeitsleben und das Sinnstiftende der Arbeit auszugleichen. Diese Überlegungen lohnen sich ja gerade, weil wir länger leben, als wir denken.

Wie muss sich die Gesellschaft darauf einrichten, dass wir älter werden?
Eines steht fest: Wir können nicht einfach weitermachen wie bisher. Wir müssen finanziell vorsorgen und Krankheiten, die nicht nur Leid sondern auch viele Kosten verursachen, vermeiden.

Was sind Ihre ganz praktischen Tipps: Wie werde ich 100 Jahre alt?
Unsere Lebenserwartung ist zu 25 Prozent genetisch, 75 Prozent können Sie durch Ihren Lebenswandel steuern. Es wird Sie vielleicht nicht überraschen: Treiben Sie moderaten Sport, und ernähren Sie sich gesund! Vermeiden Sie Risiken, indem sie nicht rauchen. Gerade junge Menschen sollten ihr Leben dahingehend verändern. Aber dafür ist es nie zu spät: Man kann zu jeder Zeit im Leben etwas für seine Gesundheit zu tun – und sein Leben und vor allem die gesunden Jahre deutlich verlängern.
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Forscher: Popcorn-Lunge durch gefährliche Chemikalien in E-Zigaretten



Viele Menschen, die das Rauchen aufgeben möchten, erhoffen sich durch die so genannten „E-Zigaretten“ eine wirksame Unterstützung. Doch Experten betonen schon länger, dass der elektronische Glimmstengel keine gesunde Alternative zum Rauchen darstellt. Nun berichten amerikanische Wissenschaftler im Fachmagazin „Environmental Health Perspectives“, dass elektrische Zigaretten offenbar sogar noch gefährlicher sind als bislang angenommen. Denn sie enthalten eine bestimmte Chemikalie, durch die es zu einer so genannten „Popcorn-Lunge“ kommen kann.
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Vermeintlich sinnvolle Hilfe bei der Rauchentwöhnung
Seit einigen Jahren erfährt die elektrische Zigarette (E-Zigarette) eine zunehmende Aufmerksamkeit und wird von vielen aufhörwilligen Rauchern als Hilfsmittel bei der Rauchentwöhnung genutzt. Denn die E-Zigarette enthält zwar Nikotin, aber keine Teer- und Tabakbestandteile und gilt daher als weniger gesundheitsschädlich als die herkömmliche „Kippe“. Das sehen viele Gesundheitsexperten jedoch anders und warnen stattdessen vor den gesundheitlichen Risiken.

Popcorn-Lunge durch E-Zigaretten? Bild: Nonwarit - fotolia
Popcorn-Lunge durch E-Zigaretten? Bild: Nonwarit – fotolia

Zwar seien laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen noch unbekannt, kurzfristige schädliche Effekte auf die Atmungsorgane würden jedoch bereits nach wenigen Zügen an der E-Zigarette erkennbar werden. Hierzu zählen demnach unter anderem trockener Husten, ausgeprägte Atemwegseinengungen und Reizungen in Rachen und Mundraum. Zudem mache das in den meisten Liquids enthaltene Nikotin schnell abhängig und erhöhe bei langfristigem Gebrauch das Risiko für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung.

7.000 verschiedene E-Zigaretten und Liquids auf dem Markt
Doch das ist offenbar nicht alles. Denn laut einer Studie der amerikanischen Harvard T.H. Chan School of Public Health kann das Rauchen von E-Zigaretten offenbar noch viel gefährlicher sein als bisher vermutet. Wie die School of Public Health http://www.hsph.harvard.edu/news/press-releases/e-cigarette-flavoring-chemicals-linked-to-respiratory-disease/ berichtet, hatte das Team um Joseph Allen für ihr Projekt 51 verschiedene E-Zigaretten und nachfüllbare Flüssigkeiten („Liquids“) in verschiedenen Geschmacksrichtungen untersucht – ausgewählt aus über 7.000 Produkten, die den Angaben zufolge derzeit auf dem Markt sind. Dabei kamen sie zu einem erschreckenden Ergebnis, denn mehr als 75 Prozent der Liqiud-Proben enthielten die Chemikalie Diacetyl.

Charakteristisch für Diacetyl ist ein ausgeprägter Geschmack und Geruch nach Butter, daher ist es auch Bestandteil des natürlichen Butteraromas und wird zudem bei der Herstellung von Mikrowellen-Popcorn eingesetzt. Wird die Chemikalie eingeatmet, kann sie jedoch zu schwerwiegenden chronischen Lungenerkrankung Bronchiolitis obliterans führen, so die Mitteilung. Vor allem Arbeiter in Popcorn-Fabriken seien von der Problematik betroffen, weshalb das Krankheitsbild auch als „Popcorn-Lunge“ bezeichnet werde.

Weitere gefährliche Stoffe entdeckt
Neben dem entdeckten die Wissenschaftler noch zwei weitere gefährliche Stoffe in den Liquids der E-Zigaretten. Demnach enthielten von den getesteten 51 Flüssigkeiten 46 Proben Aceton, welches z.B. reizend auf die Atemwege wirkt. In 23 Liquids konnte Acetylpropionyl (Pentandion) nachgewiesen werden, ein Stoff, der unter anderem das Gewebe schädigen kann.

„Bislang wurde sich bei den gesundheitlichen Bedenken im Zusammenhang mit e-Zigaretten meist auf das Nikotin konzentriert, doch da ist noch sehr viel mehr, was wir nicht über die Zigaretten wissen. Zusätzlich zu den unterschiedlichen Mengen des Suchtmittels Nikotin enthalten sie auch andere krebserregende Chemikalien wie Formaldehyd. Und wie unsere Studie zeigt, Aromachemikalien, die Lungenschäden verursachen können „, sagte Studie Co-Autor David Christiani. (nr)
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